„Im vergangenen Jahr erzählte uns eine Mitspielerin, dass sie von ihrem Trainer seit ihrem 14. Lebensjahr sexuell missbraucht worden sei“, heißt es in einem offenen Brief, den 24 Spielerinnen venezolanischer Nationalteams unterzeichneten, unter ihnen Deyna Castellanos, 22 Jahre alter Stürmerstar des spanischen Klubs Atletico Madrid: „Wir haben entschieden, das Schweigen zu brechen, um zu verhindern, dass dieser Trainer für weitere Opfer physischen, psychologischen und sexuellen Missbrauchs und Einschüchterung sorgt.“

Castellanos, Kapitänin der Nationalmannschaft ihres Heimatlandes, veröffentlichte darüber hinaus eine persönliche Erklärung, in der sie, nicht nur mit Blick auf den Frauenfußball in Venezuela, von einem „Macho-Umfeld, das auf ausbeuterischer Kontrolle und Erniedrigung aufbaut“ schrieb: „Es ist NICHT normal, dass ein Trainer seine Macht nutzt, um dich zu manipulieren, damit du Dinge tust, die du nicht tun willst. Das ist kein Trainer, das ist ein Missbraucher.“

Der venezolanische Fußballverband FVF reagierte zunächst mit einer eher allgemeinen Erklärung auf den sozialen Netzwerken. „Wir verpflichten uns, die Integrität des Sports zu wahren, und sind bereit, die Rechte unserer Spielerinnen durchzusetzen“, wurde FVF-Präsident Jorge Gimenez zitiert. „Es ist an der Zeit, für Respekt und Fairness zu kämpfen.“ Die Generalstaatsanwaltschaft Venezuelas kündigte Ermittlungen an. 

Die Vorwürfe richten sich gegen den Trainer Kenneth Zseremeta, der neun Jahre lang verschiedene Frauen-Auswahlteams der FVF geleitet hatte, darunter auch die U15 und die U17 des südamerikanischen Landes. Dreimal war er zu Venezuelas Trainer des Jahres gewählt worden. 2017 hatte ihn der Verband wegen Erfolgslosigkeit entlassen. Heute arbeitet Zseremeta in seinem Geburtsland Panama. Zu den Vorwürfen äußerte sich der 55-Jährige bisher nicht.

Sexuelle Belästigung, Schikane, Ausgrenzung

In Australien sorgten derweil Äußerungen der früheren Starstürmerin Lisa de Vanna zu…