Konjunktur
Euler Hermes: Firmen in guter Startposition

Der Schriftzug «Wir schliessen» steht am Schaufenster eines Geschäftes auf einer Seitenstrasse der Düsseldorfer Königsallee. Foto: Martin Gerten/dpa

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Milliardenschwere Hilfsprogramme in der Corona-Pandemie haben die Zahl der Firmenzusammenbrüche sinken lassen. Droht nun demnächst eine Welle von Unternehmenspleiten?

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland wird nach Einschätzung des Kreditversicherers Euler Hermes dank staatlicher Corona-Hilfen in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit etwa zehn Jahren sinken.

In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie rechnen die Experten mit einem Rückgang von 5 Prozent auf rund 15.000 Unternehmensinsolvenzen. Ähnliche Zahlen habe es zuletzt 1992 (10.920) und 1993 (15.582) gegeben. Im kommenden Jahr wird ein Anstieg um rund 9 Prozent auf etwa 16.300 Firmenpleiten erwartet. Das sei aber weiterhin ein sehr niedriges Niveau, erläuterte Maxime Lemerle von Euler Hermes. Im Vorkrisenjahr 2019 waren es noch 18.749 Fälle.

«Die relativ gute Ausgangslage, eines der größten staatlichen Unterstützungsprogramme und die wieder anziehende Weltwirtschaft haben deutschen Unternehmen eine gute Startposition verschafft, um sich auf die neue Normalität einzustellen», sagte Lemerle.

Staat hat vorgesorgt

Um eine Pleitewelle in der Corona-Krise zu verhindern, hatte der Staat zudem die Pflicht zum Insolvenzantrag bei Eintritt eines Insolvenzgrundes wie Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit zeitweise ausgesetzt. Seit dem 1. Mai gilt die Insolvenzantragspflicht wieder vollumfänglich.

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