Plauderei mit Folgen
Warum Durchstechereien die Jamaika-Pläne durchkreuzt haben könnten

Armin Laschet, Parteichef der CDU, und Annalena Baerbock, Co-Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen

© Michael Sohn/ / Picture Alliance

von Florian Schillat
06.10.2021, 12:27 Uhr

Indiskretion hat die Gespräche zwischen Union, FDP und Grünen schwer belastet. Wer geplaudert hat, ist nicht überliefert. Für CDU-Chef Laschet sind die Durchstechereien unschön, für die FDP womöglich hilfreich.

Vielleicht wird es irgendwann einmal heißen, dass dies die Augenblicke waren, die den Ausschlag gegeben haben. Und vielleicht wird Armin Laschet irgendwann mit einer abgeklärten Milde auf diese Momente zurückblicken können, wenn die Zeit die nötige Distanz dafür geschaffen hat. Ganz gleich, wie das nun alles ausgehen mag.  

Der Ausgang ist zwar noch offen, doch die nächsten Schritte sind klar definiert: Grünen und FDP wollen nach parteiinternen Beratungen in ein erstes Dreiergespräch mit der SPD gehen. Das teilten die Grünen-Parteivorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck und anschließend FDP-Chef Christian Lindner am Dienstag mit. Ein Ampelbündnis unter SPD-Führung wird somit wahrscheinlicher – und eine Jamaika-Koalition, Laschets letzte Chance auf’s Kanzleramt, zunehmend unrealistisch.

Nun waren die Umstände für ein Jamaika-Bündnis nie wirklich günstig. Die Union im Allgemeinen und Laschet als Kanzlerkandidat im Besonderen hatten als Wahlverlierer einen bescheidenen Führungsanspruch anzumelden. Nur echte Zuneigung vonseiten der Grünen und FDP würden die Koalition ermöglichen – und die wurde nun womöglich durch Indiskretion verspielt. 

Die Suche nach dem Leck

„Schön ist es nicht“ und „es nervt“, sagte Laschet in den vergangenen Tagen dazu. Nun würde die Analyse auch andere Umstände treffend…