Die Grünen wollen in Dreier-Sondierungsgespräche mit SPD und FDP einsteigen. „Das schlagen wir der FDP vor“, sagte die Parteivorsitzende Annalena Baerbock in Berlin. Deutschland könne sich keine lange Hängepartie leisten, es müsse zügig losgehen, so Baerbock. Die FDP stimmte dem Vorschlag der Grünen kurze Zeit später zu. „Wir haben den Vorschlag eines Gesprächs mit der SPD angenommen“, sagte Parteichef Chrisitan Lindnerf.

Größte Schnittmenge bei Gesellschaftspolitik 

Nach der Bundestagswahl hatten die Grünen und die Liberalen erst miteinander und anschließend getrennt jeweils mit den Sozialdemokraten sowie mit CDU und CSU mögliche Kompromisslinien ausgelotet. Mit Blick auf eine mögliche Koalition von SPD, Grünen und FDP sagte der Co-Vorsitzende Robert Habeck, die Einzelrunden der vergangenen Tage hätten gezeigt, „dass dort die größten inhaltlichen Schnittmengen denkbar sind“. Dies gelte vor allem für den Bereich der Gesellschaftspolitik.

Habeck und Lindner schließen Jamaika nicht aus

Doch auch der Ausgang möglicher Sondierungsgespräche mit SPD und FDP sei noch offen. Den Grünen sei klar, „dass der Keks noch lange nicht gegessen ist“, so Habeck weiter. Es gebe da noch Lücken und erhebliche Differenzen. Insofern sei diese Entscheidung der Grünen noch „keine Komplettabsage an Jamaika“. Auch FDP-Chef Lindner betonte, für seine Partei sei eine Jamaika-Koalition weiterhin eine „tragfähige Option“.

Rechnerisch ist nach der Bundestagswahl sowohl ein Ampel-Bündnis möglich als auch eine Jamaika-Koalition von Unionsparteien, Grünen und FDP.  Angesichts von Machtkämpfen und vermuteten Indiskretionen in der Union hatte es von Grünen und FDP zuletzt Kritik und teilweise auch Zweifel an der Regierungsfähigkeit von CDU und CSU gegeben. Die FDP-Spitze will sich in Kürze ebenfalls vor der Presse zum weiteren Sondierungsfahrplan äußern.

sti/gri (afp, dpa, rtr)