EuGH-Urteil
Fluggastrechte: Anspruch auf Entschädigung bei Streik

Die Infotafel im Flughafen zeigt annullierte Eurowings Flüge, nachdem die Fluggesellschaft von einem Warnstreik des Kabinenpersonals betroffen ist. Foto: David Young/dpa

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Gute Nachrichten für viele Fluggäste: Der EuGH hat festgestellt, dass bei einem Flugausfall wegen eines Streiks in der Regel eine Entschädigung gezahlt werden muss. Es gibt aber auch ein paar Ausnahmen.

Fluggäste können sich einmal mehr auf das oberste Gericht der EU verlassen – sie haben in der Regel auch dann ein Anrecht auf Entschädigung, wenn ihre Verbindung wegen eines Streiks des Kabinenpersonals gestrichen wurde.

Ausnahmen gibt es nur in begrenzten Einzelfällen, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Europäischen Gerichtshofs hervorgeht. Geklagt hatte ein Verbraucher, der 250 Euro verlangt, weil sein Flug von Salzburg nach Berlin streikbedingt gestrichen wurde (Rechtssache C-613/20).

Die Rechte von Fluggästen und vor allem wie viel Entschädigung ihnen bei Abweichungen zusteht, hat die EU recht klar geregelt: Grundsätzlich haben Reisende die Möglichkeit, bei kurzen Flügen bis zu 250 Euro einzufordern, wenn ihre Verbindung gestrichen oder stark verspätet ist und keine angemessene Alternative angeboten wird. Das gilt für Flüge unter 1500 Kilometer, bei längeren Strecken steigt die Entschädigungshöhe auf bis zu 600 Euro.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen, beispielsweise wenn Fluggäste mindestens zwei Wochen vorher informiert werden, oder ein – wie nach Ansicht von Eurowings in diesem Fall vorliegender – «außergewöhnlicher Umstand» geltend gemacht wird. Dies ist laut der entsprechenden EU-Verordnung dann der Fall, wenn sich die Umstände für die Annullierung «auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden…