Enthüllungsberichte
Zuckerberg weist Vorwurf von Facebook-Whistleblowerin zurück

Frances Haugen, ehemalige Facebook-Mitarbeiterin und Whistleblowerin, sagt während einer Anhörung aus. Foto: Drew Angerer/Pool Getty Images North America/AP/dpa

© dpa-infocom GmbH

Forderungen nach einer Entflechtung der großen Internetkonzerne werden nach den Enthüllungen über Facebook lauter. Der stundenlange Ausfall hat die Kritik weiter befeuert. Der Facebook-Chef wiegelt ab.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat den Vorwurf zurückgewiesen, das Online-Netzwerk stelle Profite über das Wohl seiner Nutzer.

«Das ist einfach nicht wahr», schrieb Zuckerberg in einer am Dienstag veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter. Als Beispiel nannte er eine Änderung, mit der Facebook vor einigen Jahren anfing, Nutzern mehr Beiträge von Freunden und Familienmitgliedern statt viraler Videos zu zeigen. Es war das erste Mal, dass sich Zuckerberg ausführlich zu den Vorwürfen einer Whistleblowerin und Enthüllungsberichten äußerte.

Der Facebook-Gründer verteidigte den Plan, eine Instagram-Version für Zehn- bis Zwölfjährige zu entwickeln. «Die Realität ist, dass junge Menschen Technologie nutzen.» Statt dies zu ignorieren, sollten Tech-Unternehmen Dienste entwickeln, die ihre Bedürfnisse erfüllten und zugleich für eine sichere Umgebung sorgten.

Ehemalige Facebook-Managerin sagte aus

Die ehemalige Facebook-Managerin Frances Haugen, die als Whistleblowerin auftritt, hatte kurz zuvor bei einer Anhörung im US-Senat ausgesagt. Dort rief sie die Politik auf, das Online-Netzwerk zu mehr Transparenz zu zwingen. «Facebook formt unsere Wahrnehmung der Welt durch die Auswahl der Informationen, die wir sehen.» Dabei wisse bisher nur der Konzern, wie er den Newsfeed der Nutzer personalisiere.

Die 37-Jährige war rund zwei…