Coronavirus
Mutmaßlich falsche Impfbescheinigungen ausgestellt

Polizeifahrzeuge stehen vor dem Impfzentrum in Nördlingen. Dort lassen sich Patienten des beschuldigten Arztes einem Antikörpertest unterziehen. Foto: Stefan Puchner/dpa

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In Schwaben steht ein Hausarzt unter Verdacht, Impfbescheinigungen auch ohne echte Immunisierung verteilt zu haben. Hunderte Patienten sollen betroffen sein.

Mehrere hundert Menschen im Landkreis Donau-Ries in Bayern sollen mutmaßlich falsch ausgestellte Corona-Impfbescheinigungen einer Hausarztpraxis erhalten haben. Dies gaben am Dienstag Vertreter des Landratsamtes, der Polizei und der Staatsanwaltschaft in Donauwörth bekannt.

Es gebe bisherigen Erkenntnissen zufolge einerseits Betroffene, die nur für einen Stempel im Impfbuch in die Praxis gegangen seien und keine Spritze bekommen hätten, sagte Landrat Stefan Rößle (CSU). Andererseits gebe es Patienten, die davon ausgegangen seien, korrekt geimpft worden zu sein, obwohl dies wohl nicht der Fall gewesen sei.

Der Hausarzt wird verdächtigt, Patienten Impfausweise über Corona-Schutzimpfungen ausgestellt zu haben, ohne einen Impfstoff gespritzt zu haben. In der vergangenen Woche hatte die Kriminalpolizei die Praxis und die Wohnung des beschuldigten niedergelassenen Arztes durchsucht und Beweismittel beschlagnahmt. Nach Angaben des Chefs der Kripo in Dillingen, Michael Lechner, gab es in der Region zunächst Gerüchte über Unregelmäßigkeiten bei den Impfungen in der Praxis. Seit August folgten anonyme Hinweise bei der Polizei.

Praxis wurde vorsorglich geschlossen

Nach einer Razzia hatte der Arzt seine Praxis zunächst selbst geschlossen. Der Landrat betonte, dass seine Behörde aufgrund der Vorwürfe verhindern wollte, dass die Praxis wieder Patienten behandelt. Dem Mediziner sei daher mittlerweile der Betrieb untersagt worden.