Zulieferer
Conti-Chef: Chipkrise kann sich ziehen

Nikolai Setzer im Interview. Foto: Michael Matthey/dpa

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Mikrochips sind die größte Mangelware in der Autobranche. Das spüren auch Zulieferer. Continental will seine mächtigen Kunden bestmöglich weiterbeliefern. Aber es gibt noch mehr drängende Fragen.

Die Versorgungskrise bei Mikrochips schlägt auch bei Autozulieferern heftig ins Kontor – Continental-Chef Nikolai Setzer gibt vorerst keine Entwarnung. «Wir sehen, dass sich diese Effekte wohl noch weiter bis in das Jahr 2022 ziehen werden», sagte er den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX.

«Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass erst ab 2023, wenn höhere Kapazitäten bei den Chipherstellern verfügbar sind, eine deutliche Besserung eintritt.» Ein eigenes Team kümmere sich um das Ausbügeln der ärgsten Engpässe: «Die Kolleginnen und Kollegen sorgen fortlaufend dafür, dass wir mit den uns verfügbaren Halbleitern den Kundenbedarf bestmöglich bedienen», so Setzer. Von einer neuen Koalition im Bund erhoffe man sich Verlässlichkeit in der Energie-, Handels- und Arbeitsmarktpolitik.

Fehlende Halbleiter sind derzeit das größte Problem der Autobranche. Einen Teil der Schuld haben sich die Firmen selbst zuzuschreiben, weil sie im Corona-Tief 2020 vorschnell Verträge storniert hatten. So können im VW-Stammwerk Wolfsburg aktuell 130.000 bestellte Golf nicht gebaut werden. Opel fährt sein Werk in Eisenach für Monate sogar ganz herunter, und auch BMW warnt vor weiteren Folgen des Chipmangels.

«Lieferungen, soweit es denn eben geht, aufrechterhalten»

Hinzu kamen die hohe Nachfrage aus IT und Unterhaltungselektronik für Geräte im Homeoffice sowie eigene Ausfälle der Chiphersteller durch Katastrophen und neue Pandemie-Shutdowns in Asien. «All diese Effekte sorgen dafür, dass die Versorgung mit…