In Wien zahlen viele Mieter nur etwas mehr als fünf Euro pro Quadratmeter – soweit die Theorie. In einer Studie haben Experten die Hauptstadt Österreichs mit dem deutschen Mietwohnungsmarkt verglichen. Das Ergebnis zeigt: Ganz so günstig ist es in Wien schon lange nicht mehr.

Wien gilt als Mekka für Mieter: Der Stadt selbst gehört rund ein Viertel aller Wohnungen, der Mietpreis ist gedeckelt. Auch die Verwaltung des Wohnraums übernimmt die Stadt und erzielt mit der Vermietung Gewinne, die wieder reinvestiert werden müssen. Für Mieter in deutschen Großstädten klingt das zunächst himmlisch – denn dort stiegen die Mieten in der vergangenen Jahren auf immer neue Rekordwerte. 

Anders als in Deutschland, wo Sozialwohnungen meist nur einen gewissen Zeitraum – zehn, zwanzig Jahre – einen günstigen Mietpreis haben, bleiben die Wiener Wohnungen in der Sozialbindung. Die Hälfte aller Wohnungen in der Stadt wird an Familien unter einer gewissen Einkommensgrenze vergeben.

Ursprung des Wiener Mieten-Mythos ist eine Bauphase nach dem ersten Weltkrieg, in der die Stadt im großen Stil den sozialen Wohnungsbau vorangetrieben hat – und die Wohnungen bis heute im Bestand hält. Allein zwischen 1923 und 1934 entstanden Wohnungen für rund 220.000 Menschen.

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Wien als Vorbild für andere Mietmärkte

Immer wieder wird das Modell Wien auch für deutsche Großstädte ins Spiel gebracht. Abgesehen von einer ganz anderen historischen Entwicklung der Städte gibt es aber noch weitere Punkte, die an dem schillernden Vorbild Wiens rütteln, zeigt eine Untersuchung der Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland. Darin nehmen die Experten den Wohnungsmarkt in Wien genauer unter die Lupe und vergleichen ihn mit deutschen…