Meinung

Regierungsbildung
Fünf Gründe: Mit dem freiwilligen Gang in die Opposition würde die Union Verantwortung fürs Land zeigen

Symbolfiguren des schlechten Zustands der Union: CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (li.) und sein schärfster Widersacher CSU-Chef Markus Söder

© Frank Hörmann / Sven Simon / DPA

von Dieter Hoß
05.10.2021, 16:09 Uhr

Stellt sich Wahlverlierer Union mit den Sondierungen zu einer Jamaika-Koalition ihrer von den Wähler:innen übertragenen Verantwortung? Angesichts des schlechten Zustands der Partei eher nicht. Fünf Gründe für einen Gang in die Opposition.

CDU und CSU machen nach der Wahlniederlage alles andere als eine gute Figur. Die politischen Gegner mögen sich die Hände reiben, doch der Zustand der Union ist nicht trivial. Es muss Sorgen machen, wenn die Partei, die die Geschicke des Landes seit dem Weltkrieg maßgeblich bestimmt hat, und trotz allem eine starke politische Kraft bleibt, derart mit sich selbst zu tun hat. Nicht zuletzt, weil sie dennoch eine Koalition unter ihrer Führung anstrebt. Ist eine zerstrittene, weitgehend planlose und von den Wähler:innen abgestrafte Partei wirklich regierungsfähig? Selbsterkenntnis wäre der erste Schritt zur Besserung. Wirklich Verantwortung fürs Land zeigen, wenn die Union das Kanzleramt freigeben würde. Fünf Gründe für den Gang in die Opposition.

Eine ausgelaugte Partei

Es liegt in den Genen der Union, sich durch demonstrative Geschlossenheit und Loyalität zur eigenen Führung in einen Zustand zu manövrieren, wie sie ihn derzeit vorführt. Zum Ende der Ära Kohl war es nicht viel anders. Ein würdiger Nachfolger war durch und neben der Überfigur des Kanzlers der Einheit nicht aufgebaut, die Partei zerstritten und von Skandalen erschüttert. Immer wieder zeigt die Union den Hang, sich so lange an eine erfolgreiche Machtfigur zu klammern, bis sie programmatisch, strukturell und…