Kriegsfilm
Schlacht am Chosin-Stausee – als die chinesische Volksarmee die US-Marines jagte

Die US-Marines zogen sich auf einer Straße zurück, die Chinesen beherrschten die Hügel der Umgebung.

© Picture Alliance

von Gernot Kramper
05.10.2021, 20:14 Uhr

Chinas Kriegsepos über die Schlacht am Chosin-Becken versenkte James Bond an der Kinokasse. Der Film erinnerte an den ersten Sieg Pekings, nach einem Jahrhundert von Demütigungen durch den Westen.

Lange wurde gewartet, dann kam der neue James Bond „No Time To Die“ in die Kinos. Das erste Blockbuster-Wochenende seit der Corona-Epidemie. Der Bond spielte 119,1 Millionen US-Dollar am ersten Wochenende ein. Er kam in 54 Ländern parallel in die Theater. Doch das reicht nur für einen zweiten Platz, denn inzwischen klingeln die Kinokassen in China. Das Kriegsepos „Battle at Lake Changjin“ startet nur in einem Land – eben China – und nahm mit 239 Millionen US-Dollar fast doppelt so viel ein wie 007. Kinoanalysten gehen von einem Gesamtergebnis von 785 Millionen Dollar allein an den Kinokassen aus.

Der erste Sieg nach hundert Jahren

Auch thematisch ist das Aktionspektakel ein Gegenstück zu dem gealterten und nachdenklich gewordenen Agenten Ihrer Majestät. „Battle at Lake Changjin“ spielt während des – im Westen weithin verdrängten – Koreakrieges. Unter großen Opfern erzielten die chinesischen Streitkräfte am Chosin-Stausee 1950 einen entscheidenden Sieg gegen die von den USA geführten Truppen der UNO-Intervention. In der US-Armee wird die Schlacht „Albtraum am Chosin-Stausee“ genannt. Vor dieser Schlacht schien der Koreakrieg bereits entschieden. Nach einer kühnen Landungsoperation hatte US-General Douglas McArthur die im Süden eingekesselten UN-Truppen entsetzt und dann die Soldaten des Nordens weit über den 38 Breitengrad hinausgetrieben, bis in den Norden des Landes. Vereinzelte US-Truppen hatten bereits den…