Sachbuch
Wirtschaft gegen Klima: Was passiert bei einem Konsum-Stopp?

Blick auf einen Schrottplatz: Zum permanenten Konsum trägt auch bei, dass viele Produkte bewusst so entwickelt werden, dass sie schnell verbraucht und nicht reparabel sind. Foto: Uwe Anspach/dpa

© dpa-infocom GmbH

Dass überbordender Konsum Umwelt und Klima schadet, ist inzwischen den meisten Menschen klar. Ist «grüner Konsum» eine Lösung? Und wie würden sich Einschränkungen wirtschaftlich auswirken?

«Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer sich mehr wünscht.» Mit diesem dem römischen Philosophen Seneca zugeschriebenen Zitat lässt der kanadische Umweltjournalist James Bernard MacKinnon sein Buch «Der Tag, an dem wir aufhören zu shoppen» beginnen.

Facettenreich und spannend beschreibt er, was passieren könnte, würden sich die Menschen wohlhabender Länder mit weniger zufriedengeben. Das Buch bietet eine Fülle interessanter Informationen und Hintergründe – und man wünscht sich so manches Mal, es würde zur Pflichtlektüre für die Bürger reicher Nationen.

Die Welt hängt in einer schlimmen Spirale fest: Ihre Volkswirtschaften hängen vom Konsum ab – doch der Konsum erhöht die Kohlendioxidemissionen. «Der Zusammenhang ist derart eng, dass Klimaforscher seit langem ein Wachstum des einen Phänomens als Indikator für ein Wachstum des anderen heranziehen», erläutert MacKinnon. «Beschleunigt sich der Modezyklus, so beschleunigt sich der Klimawandel; schrumpft das Weihnachtsgeschäft, so gelangen weniger CO2-Moleküle in die Atmosphäre.»

An «Grünes Wachstum» glaubt MacKinnon nicht

Regierungen und Unternehmen orientierten sich an der Vorstellung, die gesamte Wirtschaft von Textilfabriken bis Massentourismus könne von der Schädigung der Umwelt abgekoppelt werden, schreibt MacKinnon. Es gebe den Glauben, Technologie könne den Klimawandel aufhalten,…