Der Traum von der Reise ins Weltall hat die Menschen schon immer fasziniert. Unzählige Science-Fiction-Filme wie Stanley Kubricks Odyssee im Weltraum oder Christopher Nolans Interstellar erzählen davon, wie ein Leben fernab der Erde aussehen könnte. Doch noch nie wurde dort ein Spielfilm in voller Länge gedreht. Bis jetzt. Ein russisches Filmteam hat am Dienstag nach einer dreistündigen Reise mit einem Sojus MS-19-Raumschiff an der Raumstation ISS angedockt. Es will einen Pflock in die Filmgeschichte und in die Geschichte der Raumfahrt einschlagen. Und verwandelt dafür die ISS für die nächsten zwölf Tage in eine Filmkulisse. 

In dem Film mit dem Arbeitstitel „Wysow“ (deutsch: Herausforderung) soll es laut der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos um die Geschichte einer Ärztin gehen, die auf die Raumstation geflogen wird, um einen erkrankten Kosmonauten zu retten. Regie führt der russische Filmemacher Klim Schipenko, der auch die Kamera, den Ton, das Licht und die Maske übernimmt. Der Kosmonaut Anton Schkaplerow und zwei weitere russische Kosmonauten treten in Nebenrollen auf. 

Hartes Training fürs All

Die Hauptrolle aber besetzt die russische Schauspielerin Julia Peressild. Sie konnte sich gegen 3000 Bewerberinnen durchsetzen. In Russland ist sie eine Berühmtheit und spielte bereits in rund 30 Filmen mit. Seit Monaten absolviert die Schauspielerin für die Rolle ein hartes Training. Im Vergleich zu richtigen Astronauten, die sich üblicherweise mehrere Jahre für ihren Aufenthalt im All vorbereiten, ist das natürlich gar nichts. Das Team betritt auf vielen Gebieten Neuland. Noch nie wurden Szenen für einen Spielfilm in voller Länge im All gedreht, die Arbeitsbedingungen werden nun zum ersten Mal ausprobiert.

Für Regisseur und Kameramann Schipenko eine echte Herausforderung: „Es gibt niemanden, der uns Tipps geben kann. Es gibt keinen einzigen Kameramann, der uns sagen kann, wie man mit Licht aus einer Luke arbeitet“, sagte Schipenko…