Italien
Dämpfer für Populisten: Roms Bürgermeisterin Raggi abgewählt

Virginia Raggi hat nach fünf Jahren im Amt als Römer Bürgermeisterin abgewählt worden. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

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Bei den Kommunalwahlen in Italien gehen die Mitte-Links-Parteien als Sieger hervor. In Rom wird Fünf-Sterne-Bürgermeisterin Raggi krachend abgewählt. Die Populisten rechts und links kassieren Dämpfer.

Im Juni 2016 stand Virginia Raggi mit grün-weiß-roter Schärpe auf dem Balkon des Rathauses von Rom und weinte vor Glück und Fassungslosigkeit. Fünf Jahre später ist die Hoffnungsträgerin der Fünf-Sterne-Bewegung, die als erste Frau an der Spitze Roms ein Symbol des Abschieds der alten Polit-Kaste in Italien sein sollte, krachend abgewählt worden.

Bei den Kommunalwahlen am Sonntag und Montag verpasste Raggi einen der ersten beiden Plätze deutlich, der zur Stichwahl in zwei Wochen nötig war. Mit nicht einmal 20 Prozent der Stimmen jagten sie die Römer aus dem Palazzo del Campidoglio.

Raggi stolperte in der Hauptstadt über ganz konkrete Probleme, fand beispielsweise keine Lösung gegen das allgegenwärtige Müll-Problem, konnte die kaputten Straßen nicht flicken und wurde vom politischen Gegner sogar für immer mehr herumstreunende Wildschweine mitten in der Stadt verantwortlich gemacht. Dass in Raggis Amtszeit hart gegen den gefährlichen Mafia-Clan der Casamonica vorgegangen wurde und die Bürgermeisterin nach Morddrohungen unter Polizeischutz gestellt wurde, wog beim Fazit der Kommentatoren die Versäumnisse nicht auf.

«Ciao Virgì», rief die ultrarechte Partei Fratelli d’Italia in einem hämischen Instagram-Beitrag Raggi hinterher. In einer Foto-Collage ist dabei auch Fünf-Sterne-Chef Giuseppe Conte zu sehen, wie er sich die Hand vor Augen und Stirn hält. Tatsächlich kassierte die vor gut zehn Jahren vom Kabarettisten Beppe…