Interview
Wie die Nobelpreisträger beim Verstehen des Klimas helfen

David Haviland: «Ich denke, das Nobelkomitee und die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften wollen klarmachen, dass wir an die Physik und die Wissenschaft glauben (…).» Foto: Steffen Trumpf/dpa

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Nobelpreisträger sollen der Menschheit mit ihrer Arbeit den größten Nutzen erbringen, heißt es im Testament von Alfred Nobel. Die diesjährigen Preisträger in Physik haben genau das getan – unter anderem, indem sie verlässlich die Erderwärmung vorhersagten.

Kaum ein Thema bestimmt die Welt in dieser Zeit stärker als die Klimakrise. Die diesjährigen Physik-Nobelpreisträger haben geholfen, zu verstehen, wie sich das Klima verändert und was der Mensch damit zu tun hat.

Kurz vor der wichtigen Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow erklärt David Haviland vom zuständigen Nobelkomitee in Stockholm im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, welche Botschaft von diesem Nobelpreis ausgeht.

Frage: Wegen der sich zuspitzenden Klimakrise ist die Klimaforschung heute in der Öffentlichkeit sichtbarer denn je. Warum zeichnet das Nobelkomitee zu diesem Zeitpunkt drei Klimamodellierer aus?

Antwort: Wir sind daran interessiert, dass die Physik für den größten Nutzen für die Menschheit gebraucht wird. Was in der Klimaforschung, mit CO2 und der Erwärmung der Erde passiert, das ist etwas, worüber die Menschheit wirklich Bescheid wissen und dem Beachtung schenken muss. Wenn wir auf die Geschichte und Entwicklung der Klimaforschung blicken, dann hat sie an Bedeutung zugenommen und ist in den politischen Bereich der Entscheidungsfindung gekommen, wo schwierige und große Entscheidungen getroffen werden. Wir haben versucht zu schauen, was die wichtige Physik in dieser Entwicklung gewesen ist.

Wir sind bis in die 1960er Jahre…