Nur wenige Stunden waren Facebook und seine Dienste wegen eines Konfigurationsfehlers außer Betrieb. Das reichte aber, um zu zeigen, wie groß ihr Einfluss auf die Kommunikation auch in Deutschland ist.

Ist der kleine Bruder nach dem Familienbesuch wieder gut daheim angekommen? Fällt morgen die erste Stunde für die Klasse nun aus oder nicht? Wann war gleich nochmal der Geburtstag der Schulfreundin aus der Oberstufe?

Informationen, die massiv unser Privatleben und den Alltag bestimmen, waren am Montag für sechs Stunden nicht abrufbar. Vom Ausfall von WhatsApp, Facebook und Instagram waren weltweit 3,5 Milliarden Nutzern betroffen, in Deutschland schauten Millionen ungläubig auf ihre Smartphones. Vieles ging nicht mehr. «Wir sehen, wie abhängig wir als Gesellschaft von einem einzigen Konzern sind», sagt Kommunikationswissenschaftlerin Katharina Kleinen-von Königslöw.

Wie der Ausfall unser Leben einschränkt

«Dadurch, dass Whatsapp betroffen war, geht das tief in die deutsche Bevölkerung», sagt die Journalistik-Professorin der Universität Hamburg. Gerade in der Familienkommunikation spiele die Plattform eine immens große Rolle.

Junge Menschen lassen via WhatsApp-Gruppe ihre Freunde, die weiter weg wohnen, am eigenen Leben teilhaben – und so den Kontakt nicht abreißen. Familien planen im Chat die kommende Geburtstagsparty. Via Facebook-Gruppe kommunizieren etwa Sportvereine ihr anstehendes Training oder die Weihnachtsfeier. «Die meisten Menschen nutzen die sozialen Netzwerke für ihr Privatleben», so Kleinen-von Königslöw.

Dem «Reuters Institute Digital News Report» zufolge sind 71 Prozent der erwachsenen Internetnutzenden in Deutschland bei Marktführer WhatsApp unterwegs, 44 Prozent sind es auf Facebook und 29 Prozent auf Instagram. Diejenigen, die zwischen 16 und 64 Jahre alt sind, nutzen soziale Medien…