„Brennt alles nieder, lasst ihre Köpfe rollen!“, hatte US-Superstar Megan Rapinoe vergangene Woche auf Twitter gefordert. Die Fußball-Weltmeisterin hatte damit die Reaktion der Frauenfußball-Profiliga NWSL angeprangert, die – trotz Aufforderung – nichts gegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauch in Nordamerikas höchster Spielklasse unternommen hat. 

Erste Köpfe sind seitdem gerollt. Der prominenteste: Liga-Chefin Lisa Baird, der die Vorwürfe bekannt waren, musste noch am vergangenen Freitag zurücktreten, nachdem sie zuvor noch eine Pause des Spielbetriebs für das Wochenende angeordnet hatte. „Ich übernehme die volle Verantwortung für die Funktion, die ich hatte. Der Schmerz, den so viele fühlen, tut mir leid“, sagte Baird. Mit ihr ging auch ihre Justiziarin Lisa Levine.

Lisa Baird, (Ex-)Chefin der US-Frauenprofifußballliga NWSL

Neue Kräfte sollen Aufklärung überwachen

Die NWSL hat nun inzwischen ein neues Leitungsgremium berufen, das vor allem die Aufklärung der massiven Vorwürfe gegen diverse Trainer sowie den Vorstand wegen möglicher unterlassener Hilfe überwachen soll: Amanda Duffy, Angie Long und Sophie Sauvage. Zudem, so teilte die Vereinigung auf ihrer Webseite mit, sei eine unabhängige Untersuchung in Auftrag gegeben worden und mehrere Initiativen seien angelaufen. 

Der US-Verband hat die ehemalige Staatsanwältin Sally Q. Yates mit der Untersuchung der Fälle beauftragt. Sie besitze eine „umfassende Erfahrung in der Durchführung komplexer und hochsensibler Ermittlungen“ und erhalte „volle Autonomie, Zugang und die notwendigen Ressourcen, um die Fakten und Beweise zu verfolgen, wohin sie auch führen mögen“, teilte US Soccer mit.

Vorwürfe gegen Ex-Trainer

Die Spielerinnen Sinead Farrelly und Meleana Shim hatten in einem Artikel des Internet-Portals The Athletic die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe ihres Ex-Trainers Paul Riley geschildert. Der NWSL-Klub North Carolina Courage entließ daraufhin den Engländer, der US-Verband entzog ihm die…