von Florian Schillat
05.10.2021, 16:16 Uhr

Laschets letzte Chance ist eine Jamaika-Bündnis mit FDP und Grünen. Doch schon vor den ersten Sondierungsgesprächen wird der CDU-Parteichef und Würde-gern-Kanzler der Union öffentlich demontiert – von den eigenen Leuten. 

War es eine Bitte, ein Gesuch, ein Appell? Vielleicht war es auch ein Hilferuf. Wie auch immer: Der sollte sich in den kommenden Tagen ohnehin nur zu einem stummen Schrei ausdehnen.   

Es ist Freitagabend, eigentlich wollte die Union feiern. Geladen wurde zur Geburtstagsparty des früheren CSU-Chefs Edmund Stoiber, doch gern hätten CDU und CSU auch auf ihren gemeinsamen Kanzlerkandidaten angestoßen. Auf einen Wahlsieg, einen Erfolg.

Stattdessen setzte, wenige Tage nach der Bundestagswahl, ein historischer Wahlverlierer zur Rede an. Armin Laschet beschwor in seiner Laudatio den Zusammenhalt der oftmals zerstrittenen Schwestern, die sich immer wieder zusammengerauft hätten, eine unkaputtbare Union, die vor allem in turbulenten Zeiten geschlossen zusammenstehe. Schließlich, sagte der CDU-Parteichef auf der Familienfeier: „Das wäre eine gute Tugend für heute auch: Loyalität, Kritik nach innen.“

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Doch von Loyalität haben sich einige in der Union schon losgesagt und Kritik wird unlängst nach außen geübt. Ausgerechnet adressiert an den Mann, der trotz Wahlschlappe eine Koalition schmieden soll, um CDU/CSU noch ins Kanzleramt zu retten.

Das sorgt mitunter für Kopfschütteln bei jenen Parteien, auf deren Unterstützung Laschet nun angewiesen wäre. Noch vor dem ersten Abtasten an diesem Dienstag stellte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt mit Blick „auf den Zustand der CDU“ infrage, ob die Union überhaupt bereit…