Tschechien wählt
Ministerpräsident Babis im Wahlkampf mit „Pandora Papers“ Enthüllungen konfrontiert

Ministerpräsident Andrej Babis weist die Vorwürfe der „Pandora Papers“ entschieden zurück

© Petr David Josek / DPA

Am kommenden Freitag und Samstag wählen die Tschechen einen neuen Regierungschef. Amtsinhaber Andrej Babis kämpft im Wahlkampf gegen neue Enthüllungen der „Pandora Papers“. Über ein intransparentes Offshore-Konstrukt soll er ein Landgut in Frankreich erworben haben.

Kurz vor der Parlamentswahl in Tschechien gerät Ministerpräsident und Umfragefavorit Andrej Babis zunehmend unter Druck. Nach Angaben der sogenannten „Pandora Papers“, welche dem internationalen Journalistenkonsortiums ICIJ vorliegen, soll der Multimilliardär im Jahr 2009 ein Landgut in Frankreich erworben haben – über ein intransparentes Offshore-Konstrukt mit mehreren Briefkastenfirmen. An diesem Kauf sei „nur wenig normal“ gewesen, schreibt die an den Recherchen beteiligte „Süddeutsche Zeitung“.

Andrej Babis weist Vorwürfe zurück

Babis wies die Vorwürfe, er habe etwas zu verbergen, aber sofort entschieden zurück: „Ich habe nichts geklaut, die Gelder waren versteuert“, sagte der 67-Jährige am Sonntagabend dem TV-Sender Prima. Seinen Wahlkampf-Endspurt dürfte sich der Gründer der populistischen Partei ANO aber anders vorgestellt haben. Erst vor wenigen Tagen hatte er sich Schützenhilfe aus Ungarn geholt. Mit seinem rechtsgerichteten Kollegen Viktor Orban besuchte Babis seinen Wahlkreis in Usti nad Labem (Aussig an der Elbe).

In der Industriestadt nahe der Grenze zu Sachsen warnten beide Politiker vor den Gefahren, die Migration mit sich bringe. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Millionen Menschen aus Afghanistan hierher strömen werden“, sagte Orban im Fernsehen. Babis lobte den umstrittenen Grenzzaun im Süden Ungarns: „Wenn es diesen Zaun nicht…