Ringen um ein neues Regierungsbündnis für Deutschland: Führende Vertreter der SPD von Kanzlerkandidat Olaf Scholz haben getrennte Gespräche mit den Spitzen von FDP und Grünen geführt, um die Chancen einer „Ampel-Koalition“ (Parteifarben: rot, gelb, grün) auszuloten. Die FDP stieg anschließend auch in die Sondierung mit CDU und CSU ein, deren Kanzlerkandidat Armin Laschet ein „Jamaika-Bündnis“ anstrebt – gemäß der Flagge des Karibikstaates: schwarz, gelb, grün.

„Konstruktiv“

Nach den jeweils etwas mehr als zweistündigen Beratungen sprachen alle Seiten am Sonntagabend von einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre. Über besprochene Themen äußerten sich die Teilnehmer nur vage. „Ampel“ und „Jamaika“ gelten als die einzigen realistischen Bündnisoptionen, eine große Koalition der SPD mit CDU/CSU als Juniorpartner wollen alle Beteiligten vermeiden.

Lars Klingbeil (SPD) mit Annalena Baerbock und Robert Habeck (Grüne): „Neustart“ mit guter Laune?

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil bekräftigte den Wunsch seiner Partei, nun „sehr zügig zu dritt“, also mit Liberalen und Grünen gemeinsam, zu sprechen. „Die SPD ist jetzt bereit für Dreiergespräche“, betonte Klingbeil. Die Sozialdemokraten wollten eine „Koalition der Sieger“ bilden.

Über Dreiergespräche wollten die Grünen erst nach ihrem Treffen mit der Union entscheiden, erklärte Parteichefin Annalena Baerbock. Man sei aber ebenfalls an zügigen Sondierungen interessiert. Ko-Parteichef Robert Habeck wies darauf hin, dass die SPD bislang mit für die Regierungspolitik verantwortlich gewesen sei. „Wir haben aber auch bei der SPD die Bereitschaft gefunden, noch einmal neu zu starten“, sagte Habeck.

Volker Wissing (FDP) mit Lars Klingbeil: Es gibt „Klippen“

Auch FDP-Generalsekretär Volker Wissing reagierte zurückhaltend auf Klingbeils Wunsch. Mit Blick auf ein mögliches Ampel-Bündnis machte er deutlich: „Natürlich war klar, dass unsere inhaltlichen Positionierungen in wesentlichen Punkten…