Heimliche Offshore-Geschäfte
„Pandora Papers“ bringen Politiker und Promis in Erklärungsnot – darunter Ex-Premier Blair und mehrere Putin-Vertraute

Auch Ex-Premier Tony Blair und Ehefrau Cherie profitierten laut den Recherchen von einem Steuerschlupfloch, illegal handelten sie jedoch nicht (Archivbild)

© Chris Jackson/ / Picture Alliance

Erneut haben investigative Journalisten brisante Unterlagen zugespielt bekommen. Mehr als 300 Politiker aus aller Welt sollen in dubiose Finanzgeschäfte verwickelt sein. Unter den Beschuldigten ist auch ein amtierender Regierungschef aus der EU sowie der britische Ex-Premier Tony Blair.

Erneut könnten zahlreiche Politiker und andere Prominente in aller Welt nach der Veröffentlichung brisanter Dokumente über ihr Finanzgebaren unter Druck geraten. Allein 35 amtierende und frühere Staatslenker sowie mehr als 330 andere Politiker aus fast 100 Ländern sowie weitere bekannte Persönlichkeiten sollen nach Angaben eines internationalen Konsortiums investigativer Journalisten Vermögen „mithilfe von intransparenten Trusts, Stiftungen und Briefkastenfirmen“ angelegt haben. Das berichteten am Sonntagabend „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR, die nach eigenen Angaben an der Auswertung des Datenlecks mitgewirkt hatten. Die mehr als 11,9 Millionen Dokumente tragen den Namen „Pandora Papers“.

Bereits vor etwa fünfeinhalb Jahren hatte der Rechercheverbund mit der Veröffentlichung der „Panama Papers“ für Aufregung gesorgt. Dabei handelte es sich um Unterlagen der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca, die von Journalisten weltweit ausgewertet wurden. Aus ihnen ging hervor, dass zahlreiche Politiker, Sportler und andere Prominente Vermögen in Offshore-Firmen hielten. 

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