Gut eineinhalb Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie hat die australische Millionenmetropole Melbourne einen unrühmlichen Rekord aufgestellt. Die Hauptstadt des Bundesstaats Victoria am südöstlichen Zipfel des Kontinents komme inzwischen auf zusammengezählt 246 Tage im Lockdown-Modus, meldet der australische Rundfunksender ABC. Damit habe Melbourne dem bisherigen Rekordhalter Buenos Aires den Rang abgelaufen.

In dem Bundesstaat hatten die Corona-Neuinfektionen in letzter Zeit drastisch zugenommen. Vergangene Woche gab es gar einen Rekordwert nach dem anderen. „Victoria, ja, das ist eine große Herausforderung“, sagte Australiens Gesundheitsminister Greg Hunt angesichts der hohen Zahlen. Aber es zeichne sich ein Abflachen der Kurve ab. Aktuell meldet Victoria 1377 neue COVID-19-Infektionen, damit gut 100 weniger als noch am Samstag, als ein neuer Höchststand verzeichnet wurde.

Die Behörden machen für den jüngsten Anstieg die Feiern zum Abschluss der Fußballsaison in Australien verantwortlich, bei denen am vorvergangenen Wochenende vielfach gegen die strengen Coronaregeln verstoßen wurde. Fast die Hälfte der neuen Fälle an diesem Montag betrifft junge Menschen im Alter zwischen zehn und 29 Jahren.

Der sechste Lockdown

Die Region steht seit fast zwei Monaten in einem strikten Lockdown – und das bereits zum sechsten Mal. Nicht nur im Großraum Melbourne mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern liegen deshalb bei vielen Menschen die Nerven blank, zumal der Lockdown noch mehrere Wochen andauern soll.

Australiens Gesundheitsminister Hunt: „Victoria, ja, das ist eine große Herausforderung“

Nachdem 80 Prozent der Bevölkerung mittlerweile zumindest eine erste Impfdosis erhalten haben, wurden die Regeln vergangene Woche trotz der vielen Neuinfektionen leicht gelockert. Inzwischen dürfen sich die Menschen wieder in einem Radius von 15 statt wie bisher zehn Kilometern um ihren Wohnsitz bewegen. Zudem sind Golf und andere kontaktfreie Sportarten im Freien wieder erlaubt.