US-Konzern unter Druck
Whistleblowerin stürzt Facebook mit Enthüllungen in tiefe Krise – und gibt sich zu erkennen

Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen im Interview mit dem TV-Sender CBS

© Robert Fortunato / CBS News / 60 Minutes / AP / DPA

Drei Jahre nach dem Skandal um Cambridge Analytica steht Facebook erneut unter Druck. Grund sind die Aussagen einer Ex-Mitarbeiterin, wonach es dem Konzern vor allem darum ginge, sein Geschäft zu optimieren – auf Kosten der Nutzer:innen.

Eine Ex-Mitarbeiterin hat Facebook in die schwerste Krise seit dem Skandal um Cambridge Analytica gestürzt. Die 37-jährige Frances Haugen lieferte Schlüsselinformationen für eine Artikel-Serie im „Wall Street Journal“, nach der Facebook unter erheblichen politischen Druck in den USA geriet. Darin ging es unter anderem um die Auswirkungen des Foto-Dienstes Instagram auf junge Nutzer. Haugen, eine ehemalige Produktmanagerin, gab sich in am Sonntag veröffentlichten Interviews erstmals als Whistleblowerin zu erkennen. Am Dienstag soll sie im US-Senat aussagen.

Haugen sagte dem „Wall Street Journal“, sie sei frustriert gewesen, weil Facebook nicht ausreichend offen damit umgehe, dass das Online-Netzwerk Schaden anrichten könne. Zu ihrem Job bei Facebook, den sie im Mai nach rund zwei Jahren aufgab, habe der Kampf gegen Manipulationsversuche bei Wahlen gehört. Sie habe jedoch schnell das Gefühl gehabt, dass ihr Team zu wenig Ressourcen habe, um etwas zu bewirken.

Instagram als Auslöser für Essstörungen und Depressionen?

Auch sei ihr Eindruck gewesen, dass Facebook weiter auf Wachstum gesetzt habe, obwohl dem Unternehmen negative Auswirkungen der Plattform auf die Nutzer bekannt gewesen seien. „Es gab Interessenkonflikte zwischen dem, was für die Öffentlichkeit gut war und was für Facebook gut war“, sagte Haugen bei „60 Minutes“. Und Facebook habe sich immer und immer wieder…