SPD und Union haben sich in die Sondierungsgespräche eingeschaltet. Über den Ausgang hält man sich erstmal bedeckt. Zugleich werden in der Union die Debatten heftiger.

Eine Woche nach der Bundestagswahl kommt das Ringen um ein neues Regierungsbündnis voll in Gang. Am Sonntag traf die SPD von Kanzlerkandidat Olaf Scholz einzeln mit den Spitzen von FDP und Grünen zusammen, um Chancen einer Ampel-Koalition zu sondieren – und am Abend dann die Union von Armin Laschet mit der FDP, um ein Dreierbündnis mit ihr und den Grünen auszuloten. Nach den jeweils etwas mehr als zweistündigen Gesprächen beschrieben alle Seiten eine sachliche und konstruktive Atmosphäre. „Die SPD ist jetzt bereit für Dreiergespräche“, sagte der Generalsekretär der Sozialdemokraten, Lars Klingbeil. FDP und Grüne dagegen behielten sich eine Bewertung zunächst vor – allerdings betonte die FDP, dass die Differenzen mit der SPD größer als mit der Union sind.

Parallel dazu geriet Unions-Kanzlerkandidat Laschet (CDU) nach dem Wahldebakel in den eigenen Reihen immer weiter unter Druck. Die FDP rief die Union zur internen Klärung auf. 

Parteien betonen „konstruktive“ Gespräche 

Die SPD setzt auf zügige Fortschritte in den Gesprächen für eine Ampel-Regierung. Es solle schnell entschieden werden, wie es weitergehe, sagte Klingbeil. Inhaltlich habe man mit beiden möglichen Partnern über Themen gesprochen, die das Land bewegten. Nach dem beiden Treffen nannte er konkret Klimaschutz, Digitalisierung, eine Modernisierung des Staates sowie welt- und europapolitische Fragen. 

Man habe sachlich gesprochen „über die großen Aufgaben unserer Zeit“, sagte auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Grünen-Chef Robert Habeck betonte, der große Unterschied zwischen den Gesprächen mit FDP und SPD sei die bisherige Regierungsbeteiligung der SPD. Aber: „Wir haben auch bei der SPD eine…