Simon Terodde haut die Bälle rein – einen nach dem anderen. Er trifft und trifft und trifft. Elf Tore in nur neun Ligaspielen für seinen neuen Klub Schalke 04 haben dafür gesorgt, dass er jetzt mit 153 Toren sogar die ewige Torschützenliste der 2. Liga anführt – gemeinsam mit Dieter Schatzschneider, der mit der gleichen Trefferanzahl 34 Jahre lange alleine und schier uneinholbar an der Spitze lag. Für den heute 63-Jährigen ist es kein Zufall, dass Terodde ihn eingeholt hat. „Jetzt ist da einer, der alles wegknallt“, sagt Schatzschneider über Terodde. Er sieht den 33-jährigen Schalker Mittelstürmer sogar als Kandidaten für die Nationalmannschaft, wo ein echter Mittelstürmer seit Jahren fehlt.

Terodde, der Schatzschneiders Rekord mit seinem Treffer zum 3:0-Endstand gegen den FC Ingolstadt egalisierte, ist das Paradebeispiel für Spieler, die sich in der 2. Bundesliga pudelwohl fühlen und Ausnahmekicker sind, während es in der 1. Liga kaum für den Sprung auf die Titelseiten im Sport reicht. Beispiel: Seine Zeit beim 1. FC Köln. Der holte Terodde 2018 aus Stuttgart, um sich den Wiederaufstieg zu sichern. Das klappte. Der Mittelstürmer drehte richtig auf, wurde mit 29 Treffern in der Saison 2018/2019 erneut Torschützenkönig und schoss den Zweitligisten zurück in die erste Bundesliga. Dort angekommen, traf er kaum bis gar nicht und musste immer häufiger auf die Ersatzbank.

Zu schlecht für die 1. Liga?

Es hat fast etwas Tragisches. Da explodiert einer förmlich auf dem Spielfeld und „knallt alles weg“, in der höchsten Spielklasse aber bleiben dann die Tore aus, der Zauber ist dahin. Was fehlt zur Spitze?

Erst mit Bochum, dann mit Stuttgart wurde Terodde 2016 und 2017 Torschützenkönig der 2. Liga

Simon Terodde, in Bocholt geboren, wurde beim MSV Duisburg ausgebildet. Er spielt instinktiv. Er ist nicht schnell, aber er weiß, wo er stehen muss. Sein Kopfballspiel hat sich in den vergangenen Jahre stark verbessert. Terodde ist ein echter Abstauber, wie…