Eine Woche nach der Bundestagswahl kommt das Ringen um ein neues Regierungsbündnis voll in Gang. In Berlin starteten Sondierungen der SPD von Kanzlerkandidat Olaf Scholz mit der FDP zu einer möglichen Ampel-Koalition. Beim Eintreffen am Verhandlungsort, einem Büro- und Konferenzgebäude, verzichteten die Politikerinnen und Politiker auf Stellungnahmen. Am Abend soll es dann ein erstes Gespräch mit den Grünen geben. Die SPD schickt eine Sechser-Delegation, Grüne und FDP haben jeweils Zehner-Abordnungen. In Konkurrenz dazu wird am Abend auch eine erste Runde von FDP und CDU/CSU folgen. Die Unionsparteien streben ein sogenanntes Jamaika-Bündnis mit Liberalen und Grünen an. 

Schon müde oder „nur“ völlig entspannt? SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erreicht den Ort der Sondierungen mit der FDP

Die SPD setzt auf zügige Fortschritte in Gesprächen mit FDP und Grünen. „Ich glaube, es kann gelingen, schnell zu guten Ergebnissen zu kommen“, sagte der Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich. Alle würden sich auf Augenhöhe begegnen. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans sagte der „Welt am Sonntag“, noch in diesem Monat könnten Sozialdemokraten, Grüne und Liberale mit formellen Koalitionsverhandlungen beginnen und diese bis Dezember abschließen.

„Das kann man unserem Land nicht zumuten“

FDP-Generalsekretär Volker Wissing sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Wir gehen offen in die beiden Gespräche mit Union und SPD.“ Die künftige Regierung müsse zu Reformen bereit sein. Die Union muss aber klären, ob sie an einem Strang ziehe. Parteichef Christian Lindner sagte der „Bild am Sonntag“, „manche Wortmeldung der CDU“ spekuliere darauf, erst Verhandlungen mit der SPD scheitern zu lassen, bevor die Union wieder ins Spiel komme. „Das kann man unserem Land nicht zumuten.“

FDP und Grüne waren in den vergangenen Tagen schon vorab zwei Mal unter sich zu vertraulichen Runden zusammengekommen. Für Dienstag ist ein erstes Treffen von Union und Grünen geplant….