Das taiwanesische Verteidigungsministerium teilte mit, zuerst seien 20 chinesische Kampfflugzeuge in der Nähe der Pratas-Inseln aufgetaucht. In der Nacht zum Sonntag hätten weitere 19 Maschinen den taiwanesischen Luftraum verletzt. Mit insgesamt 39 Kampfflugzeugen habe das Aufgebot an Maschinen die bisherige Höchstzahl vom Freitag noch übertroffen.

Am Freitag waren dem taiwanischen Verteidigungsministerium zufolge zunächst 22 Kampfjets, zwei atomwaffenfähige Bomber und ein U-Boot-Jagdflugzeug in die Zone eingedrungen. In der Nacht folgten dann 13 weitere Militärflugzeuge, bevor am Samstag schließlich der nächste Verband folgte.

Taiwanesische Kampfflugzeuges seien in zwei Wellen aufgestiegen, um die die chinesischen Flugzeuge zu vertreiben, so das Verteidigungsministerium in Taipeh. Zudem seien taiwanesische Raketensysteme zur Überwachung aktiviert worden. Damit haben sich die Spannungen zwischen China und Taiwan erneut verschärft. Taiwan beklagt schon seit einem Jahr immer wieder Luftraumverletzungen durch chinesische Kampfflugzeuge vor allem im Südwesten des Landes und im Luftraum über den Pratas Inseln.

Provokation zum Nationalfeiertag

Der Zeitpunkt für die Provokationen ist von chinesischer Seite offenbar mit Bedacht gewählt: Am Freitag beging die Volksrepublik ihren Nationalfeiertag, an dem sie der Staatsgründung im Jahr 1949 gedachte. Und Taiwan wiederum begeht am kommenden Sonntag (10. Oktober) seinen Nationalfeiertag mit einer Rede von Präsidentin Tsai Ing-wen und einer Militärparade im Taipeh, bei der auch Kampfjets vorbeifliegen sollen.

Dementsprechend deutlich fiel die Reaktion von Taiwans Ministerpräsident Su Tseng-chang aus. Er hatte bereits am Samstag heftige Vorwürfe gegen Peking erhoben. „China betreibt mutwillig militärische Aggressionen und beschädigt den Frieden in der Region“, sagte Su vor Journalisten. China hat sich bisher noch nicht zu den Luftraumverletzungen geäußert.

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen an Bord einer Fregatte mit…