Brexit
Johnson gegen günstige Arbeitskräfte aus dem Ausland

Ein Zettel mit der Aufschrift «Entschuldigung, kein Benzin verfügbar» ist an einer Tankstelle in Bracknell angebracht. Großbritanniens Premier Boris Johnson will trotz anhaltender Kraftstoffkrise die Einwanderungsregeln nicht lockern. Foto: Steve Parsons/PA/dpa

© dpa-infocom GmbH

Der britische Premier erhofft sich durch den Fachkräftemangel im Land einen Schub für Gehälter und Produktivität. Doch die andauernde Krise droht den Parteitag der Konservativen zu überschatten.

Großbritanniens Premier Boris Johnson will trotz anhaltender Kraftstoffkrise die Einwanderungsregeln nicht lockern. Das sagte Johnson am Vorabend des Parteitagsauftakts seiner Konservativen am Sonntag in Manchester.

Weil es an Lastwagenfahrern fehlt, haben Autofahrer in Großbritannien derzeit große Schwierigkeiten an Benzin oder Diesel zu kommen. Vor den Tankstellen bilden sich lange Schlangen, an vielen ist auch gar nichts mehr zu bekommen. Die Kraftstoffkrise droht, die Tory-Konferenz zu überschatten.

«Was wir nicht wollen, ist zurückzukehren zu einer Situation, in der die Logistikbranche sich auf eine Menge Einwanderung günstiger Arbeitskräfte stützt», sagte Johnson beim Besuch eines Krankenhauses in Leeds am Samstag. Das habe nämlich zur Folge, «dass die Gehälter nicht steigen und die Qualität der Arbeitsplätze nicht zunimmt». Die britische Wirtschaft müsse ihre Abhängigkeit von schlecht bezahlten ausländischen Arbeitskräften beenden, um eine «gut bezahlte, gut ausgebildete, hochproduktive Volkswirtschaft» zu werden.

In Großbritannien fehlen derzeit Schätzungen zufolge etwa 100.000 Lastwagenfahrer. Das führte auch bereits zu leeren Regalen in Supermärkten. Auch in anderen Branchen, beispielsweise in der Fleischindustrie, gibt es einen erheblichen Mangel an Fachkräften. Arbeitnehmer aus den…