Das Direktorium des Internationalen Karlspreises hat den rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis für seinen Einsatz für Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und Demokratie, den Schutz von Minderheiten und kultureller Vielfalt ausgezeichnet. Der 62-Jährige nahm den Karlspreis 2020 bei einem Festakt im historischen Krönungssaal des Rathauses in Aachen entgegen. Die Lautdatio hielt EU-Ratspräsident Charles Michel. Die Ehrung hatte sich wegen der Corona-Pandemie um mehr als ein Jahr verschoben.

Die Europäische Union sei heute in vielen wesentlichen Fragen zerstritten und gespalten, so die Jury. Angesichts großer globaler Herausforderungen brauche es aber Einigkeit, gegenseitige Anerkennung und Versöhnung. Rumänien beschreiben die Juroren als ein Land, das eine „brutale Diktatur“ überwunden, nach der Wende 1989/90 gegenüber dem Westen aber auch „Enttäuschungen“ erfahren habe. Iohannis habe dieses Land mit großem Einsatz und Erfolg „Schritt für Schritt zum europäischsten in Südosteuropa gemacht“.

Gegen die ungarische Minderheit positioniert? 

In seiner Heimat ist der rumänische Präsident allerdings nicht unumstritten. Ihm wurde in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, sich gegen die ungarische Minderheit im Land zu positionieren. Iohannis gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an. In Sibiu (Hermannstadt) geboren, sieht sich der evangelische Christ, der mit seiner katholischen Ehefrau häufig die katholische Messe besucht, selbst als „ethnisch Deutschen und rumänischen Staatsbürger“.

Präsident Klaus Iohannis und seine Frau Carmen im Aachener Dom

In einem Gottesdienst vor der Preisverleihung würdigte der Aachener Bischof Helmut Dieser den Karlspreisträger als Politiker, der kräftig angepackt habe und seit seinem Amtsantritt als Präsident im Jahr 2014 die Idee von Demokratie, Rechtsstaat und Gewaltenteilung in Rumänien wirksam mache. Er habe sein Land „entscheidend nach vorne gebracht und die europäischen Werte im Motorraum der…