Die National Women’s Soccer League (NWSL) gilt als die Vorzeigeliga im Frauenfußball, von ihren Zuschauerzahlen können andere Ligen – wie zum Beispiel die Frauenbundesliga – nur träumen. Und dort wird der beste Frauenfußball gespielt, zuletzt gewannen die US-Amerikanerinnen 2015 und 2019 den Weltmeistertitel.

Ex-Weltfußballerin Megan Rapinoe kämpft gegen Missstände im Frauenfußball

Doch jetzt wird der Verband von schockierenden Nachrichten über sexuelle Nötigung, Machtmissbrauch und Erniedrigung von Spielerinnen erschüttert. Megan Rapinoe, Weltfußballerin von 2019, äußerte sich rasend vor Wut: „Brennt alles nieder. Lasst all ihre Köpfe rollen“, forderte die weltberühmte Fußballerin im Kurznachrichtendienst Twitter.

Aktueller Auslöser der Entrüstung ist der Skandal um Paul Riley. Der gebürtige Brite war von 2017 bis zu seiner Entlassung am vergangenen Donnerstag Trainer beim zweimaligen Meister North Carolina Courage. Seit 2010 hatte der 58-Jährige an mehreren Stationen in den USA Profifußballerinnen trainiert.

„Zum Sex genötigt“

Ein Bericht des Portals „The Athletic“ zeichnete anhand von Schilderungen zweier Ex-Spielerinnen detailliert das Bild eines übergriffigen, manipulativen Machtmenschen. So schilderte Sinead Farrelly mehrere Situationen, in denen sie sich zwischen 2010 und 2015 zum Sex mit ihrem Trainer genötigt fühlte. „Ich fühlte mich unter seiner Kontrolle“, sagte Farrelly. Auch Meleana Shim erklärte: „Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich ihm etwas schulde.“

Riley, unter dem auch Ex-Nationaltorhüterin Nadine Angerer bei den Portland Thorns spielte, wies die meisten der Vorwürfe laut „The Athletic“ als „völlig unwahr“ zurück. „Ich habe niemals Sex mit diesen Spielerinnen gehabt oder ihnen gegenüber sexuelle Avancen gemacht“, wurde Riley zitiert. Er habe sich manchmal mit den Spielerinnen getroffen und gelegentlich die Rechnung in Bars übernommen, „aber ich führe sie nicht zum Trinken aus“.

Spielbetrieb unterbrochen,…