Lange Zeit war das Spiel der Leipziger eine Partie des „hätte, wäre, wenn“. Hätte der Schiedsrichter den Elfmeter nach Videobeweis nicht doch zurückgenommen, wäre Yussuf Poulsen nicht der eine oder anderen Ball bei der Annahme versprungen. Und wenn da nicht immer wieder dieser bärenstarke Bochumer Torhüter Manuel Riemann dem Erfolg im Weg gestanden hätte…

„Im Moment fällt uns einfach nichts leicht“, analysierte RB-Trainer Jesse Marsch nach der Partie und ließ ein wenig amerikanisch-klischeehaft folgen: „Aber egal! Wir kämpfen weiter, wir bleiben stark.“ Zu diesem Zeitpunkt war Marsch entspannt, schließlich hatte seine Mannschaft gegen den VfL Bochum mit 3:0 gewonnen. Zuvor hatte der US-Amerikaner von außen mit ansehen müssen, wie sein Team gegen den Aufsteiger zunächst hoch überlegen war, dann aber – nachdem es wieder und wieder mit der Führung nicht klappen wollte – langsam ungeduldig und dadurch nicht besser wurde. Also wechselte er mit Dominik Szoboszlai und André Silva zwei neue Offensivkräfte ein und gab er der Partie die entscheidende Wendung.

Nur 42 Sekunden nach der Einwechslung trat Szoboszlai eine Ecke, die Silva zum erlösenden 1:0 verwandelte. Nur Minuten später stand es 3:0, das Spiel war entschieden. „Ich glaube, es hat geholfen, dass ich immer an mich geglaubt habe“, sagte der Torschütze, der keine 180 Sekunden nach seinem Treffer das 2:0 vorbereitete. „Wir haben gut angefangen, mit vielen Chancen, danach waren wir etwas ungeduldig, aber wir haben nie aufgegeben.“ „Ich hatte vorher noch ein Gespräch mit André“, sagte Marsch, bei dem Silva -nachdem er die ersten fünf Saisonspiele von Anfang an gemacht hatte, nur noch Joker war. „Ich habe ihm gesagt: Bleib stark, ich glaube an dich!“

Mintzlaff: „Sind weiterhin überzeugt von Jesse“

Zwar waren Freude und Erleichterung groß bei den Leipzigern, jedoch kann auch das deutliche 3:0 nicht übertünchen, dass bei Leipzig Vieles noch nicht stimmt. Zur Halbzeit hallten Pfiffe durch die Arena, eine…