Lieferketten
Berater: Millionen weniger Autoverkäufe durch Chipkrise

Wegen des Chipmangels werden deutlich weniger Autos verkauft. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Ein schnelles Ende des Mangels an Mikrochips in der Autobranche ist angesichts anhaltender Probleme in den globalen Lieferketten nicht in Sicht. Unternehmensberater passen ihre Prognosen an.

Der Produktionsausfall in der weltweiten Autobranche durch den akuten Mangel an Mikrochips und anderen Elektronik-Bauteilen nimmt nach Schätzungen von Unternehmensberatern immer größere Ausmaße an.

«Wir gehen davon aus, dass zehn bis elf Millionen Fahrzeuge in diesem Jahr nicht gebaut werden können», sagte Albert Waas, Partner bei der Unternehmensberatung Boston Consulting, der «Welt am Sonntag».

Zu einem ähnlich hohen Einbruch beim Autoabsatz kommt nach einem Bericht des «Spiegel» die Beratungsgesellschaft PwC. Sie habe berechnet, dass bis zum Jahresende weltweit bis zu elf Millionen Autos weniger produziert und verkauft werden als im Vorjahr. «Die Probleme haben sich im dritten Quartal verschärft und werden bis weit in das nächste Jahr andauern», sagte Felix Kuhnert, Leiter des Bereichs Automotive bei PwC, dem Magazin.

Erst kürzlich hatte die Beratungsfirma Alix Partners geschätzt, dass wegen fehlender Halbleiter der Autobranche in diesem Jahr insgesamt Einnahmen von gut 210 Milliarden US-Dollar (179 Mrd Euro) entgehen. Im Mai war sie noch von globalen Einbußen von 110 Mrd Dollar ausgegangen. Der Produktionsausfall in der gesamten Branche dürfte laut Alix mit 7,7 Millionen Fahrzeugen fast doppelt so groß werden wie bisher angenommen. Im Mai war noch ein Ausfall von 3,9 Millionen Wagen prognostiziert worden.

Der größte US-Autobauer General Motors ist im vergangenen Quartal besonders hart von den Chip-Lieferengpässen getroffen…