Was für eine Aufregung um ein Bild von vier Spitzenpolitikern: Überraschend schon am Dienstag Abend nach der Bundestagswahl trafen sich die beiden Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock und Robert Habeck mit FDP-Chef Christian Lindner und dem Generalsekretär der Liberalen, Volker Wissing.

Offenbar in einer Privatwohnung. In den sozialen Medien wurde das Foto breit kommentiert. Denn der Post bei Instagram trägt die Unterschrift: „Auf der Suche nach einer neuen Regierung loten wir Gemeinsamkeiten und Brücken über Trennendes aus. Und wir finden sogar welche. Spannende Zeiten.“

Erstes Thema: Vertrauen schaffen 

Sie haben also schon Gemeinsamkeiten gefunden? Grüne und FDP: Die beiden Parteien, die vor allem bei den Themen Klimaschutz, Steuern und Haushalt eigentlich Welten trennen? Glaubt man den meisten Beobachtern im politischen Berlin, dann wollen die Spitzenvertreter der beiden möglichen Partner zunächst vor allem persönlich zueinander finden.

Bald in einer Regierung? Baerbock und Lindner mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz

Am Dienstag etwa sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Marco Buschmann, dem Sender Phoenix: „Ein wesentliches Element dieser Vorsondierung ist ja, dass man Vertrauen zueinander aufbaut, dass man in Ruhe sprechen kann. Dass man vertraulich sprechen kann.“

Nicht nochmal solche Gespräche wie vor vier Jahren

Fest steht: Grüne und FDP wollen es diesmal auf jeden Fall anders machen als vor vier Jahren, als beide Parteien lange in riesigen Gruppen mit der Union von CDU und CSU verhandelten, und die FDP die Gespräche schließlich abbrach, weil Christian Lindner das Gefühl hatte, mit den FDP-Forderungen nicht durchzudringen.

Kanzlerin Angela Merkel verhandelte 2017 über eine Jamaika-Koalition, am Ende scheiterten die Gespräche

Die sogenannte Jamaika-Koalition kam nicht zustande. Auch menschlich war man sich damals kaum näher gekommen. Deshalb jetzt der ungewöhnliche Schritt, dass die beiden kleinen möglichen Partner mit…