Autobranche
Chipmangel verteuert Neuwagen weiter

Ein Mitarbeiter von Volkswagen in der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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Fast im Tagesrhythmus gibt es neue Hiobsbotschaften aus der Autobranche: Das Fehlen wichtiger Mikrochips wandelt sich vom akuten Engpass zum Dauerproblem. Es dürfte dazu führen, dass Fahrzeuge noch teurer werden.

Die Lieferkrise bei Mikrochips trifft die Autoindustrie immer härter und macht sich zunehmend auch im Geldbeutel der Verbraucher bemerkbar. Weil weniger Fahrzeuge produziert werden und auf den Markt kommen, gibt es weniger Rabatte, analysiert der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Ein typischer Neuwagen sei im August und September für den Kunden im Schnitt um 360 Euro teurer geworden. Ohnehin ist das Niveau wegen der verknappten Gesamtmenge schon ziemlich hoch. Noch stärker ziehen die Preise im angespannten Gebrauchtwagengeschäft an.

Aufseiten der Hersteller hinterlässt der stellenweise leer gefegte Zuliefermarkt für Halbleiterteile – Grundlage aller in modernen Autos verbauten Elektronik – inzwischen bedrohliche Spuren. Bei VW etwa kümmert sich rund um die Uhr eine «Taskforce» um den Einkauf noch erhältlicher Chargen. Doch gleichzeitig fallen auch hier weiterhin Produktionsschichten über ganze Wochen aus. So teilte Europas größter Autokonzern am Mittwoch mit, bis Mitte Oktober am Stammsitz Wolfsburg überwiegend Kurzarbeit fahren zu müssen – nicht zum ersten Mal.

Das Paradoxe: Der anhaltende Teilemangel bei den Anbietern trifft auf eine Nachfragesituation, die eigentlich kaum besser sein könnte. Nach aufgeschobenen Investitionen in den schwersten Corona-Monaten trauen sich viele Privatkunden und Unternehmen wieder die Anschaffung langlebiger Güter wie Autos zu. Doch die Hersteller können längst nicht so viel ausliefern, wie theoretisch möglich…