Aus Sicht der SPD sollte es mit den ersten Sondierungsgesprächen bald losgehen. Erste Treffen mit Grünen und FDP könnten nach Aussage von Fraktionschef Rolf Mützenich (Artikelbild) noch in dieser Woche stattfinden. Vor der ersten Fraktionssitzung sagte der 62-Jährige, dessen Wiederwahl durch die neuen Abgeordneten am Mittwoch als sicher gilt, seine Partei sei bereit, „nicht nur schnelle, sondern auch verlässliche Gespräche zu führen“.

Mützenich forderte zudem Unionskanzlerkandidat Armin Laschet auf, nicht weiter nach dem Kanzleramt zu streben. „Laschet muss endlich einsehen, dass er nicht das Vertrauen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger bekommen hat“, erklärte der Fraktionschef in einer auf Twitter verbreiteten Videobotschaft. Der Unionsvertreter sei der Wahlverlierer. Laschet gebe dem Land keine Gewissheit und keinen klaren Kurs. Es gehe jetzt nicht um „Durchwurschteln“.

Noch bevor der Fraktionsvorstand sich für eine Wiederwahl Mützenichs aussprechen konnte, hatte sich bereits Kanzlerkandidat Olaf Scholz öffentlich für ihn eingesetzt. Dabei sahen viele in dem Partei-Linken nach dem abrupten Abgang von Andrea Nahles zunächst nur eine Übergangslösung. Bei manchen dürfte aber auch die Sehnsucht nach linkeren Positionen eine Rolle gespielt haben – die dann wenige Monate später auch in der Wahl von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans als SPD-Parteichefs zum Ausdruck kam.

Mehrheiten-Manager Mützenich

Mit dem SPD-Erfolg bei der Bundestagswahl dürften auf Mützenich neue Aufgaben zukommen. Sofern es Kanzlerkandidat Olaf Scholz gelingt, die von ihm angestrebte Ampel-Koalition unter seiner Führung zu bilden, wäre es der gebürtige Kölner, der als Vorsitzender der größten Regierungsfraktion maßgeblich die für Mehrheiten nötigen Stimmen im Bundestag sichern muss.

Olaf Scholz und Rolf Mützenich kamen im Bundestag zur ersten Fraktionssitzung zusammen

Zunächst aber müssen sich die neuen Abgeordneten erst einmal richtig kennen lernen. Die…