Nobelpreise
Ist es schon Zeit für einen Corona-Nobelpreis?

Gibt es in diesem Jahr schon einen Nobelpreis für Corona-Forschung? Foto: Mary Altaffer/Pool AP/dpa/Symbolbild

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Kein Thema hat die Welt im letzen Jahr so in Atem gehalten wie die Pandemie. Folgt darauf nun ein Nobelpreis? Die Technologie hinter bestimmten Corona-Impfstoffen könnte ein heißer Kandidat sein.

Nichts hat die Welt seit dem Frühjahr 2020 so sehr durcheinandergewirbelt wie ein kleines, mit dem bloßen Auge nicht zu erkennendes Virus. Mit der ungewöhnlich schnellen Entwicklung der mRNA-Impfstoffe bekam die Welt Ende 2020 ein Mittel im Kampf gegen das Virus und die Corona-Pandemie an die Hand.

Vor den am Montag (4. Oktober) beginnenden Bekanntgaben der diesjährigen Nobelpreisträger muss nach 18 Monaten Pandemie deshalb die Frage erlaubt sein: Ist es schon an der Zeit für einen Nobelpreis für die Forscherinnen und Forscher hinter dem wissenschaftlichen Durchbruch? Manche halten das für möglich – doch wie immer ist all das vorab nur Spekulation.

Traditionell weiß niemand außerhalb der erlesenen Jurorenkreise in Stockholm und Oslo, wer für die Preise in den Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften näher ins Auge gefasst wird. Die Spekulationen kochen dementsprechend jedes Jahr hoch – und das hat nicht zuletzt auch mit dem Wortlaut der Vorgaben von Preisstifter Alfred Nobel (1833-1896) zu tun.

Nobels unvereinbarer Wunsch

Im Testament des Dynamit-Erfinders, auf das die Nobelpreise zurückgehen, findet sich nämlich die berühmte Formulierung, dass die Auszeichnungen an diejenigen gehen sollten, «die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben». Dieser Satz werfe eine Spannung zwischen Aktualität und der Gründlichkeit bei der Auslese der Preisträger auf, sagt der Stockholmer…