Landtags- und Regionalwahlen
Kommunisten und Corona-Gegner gewinnen Wahlen in Österreich

Elke Kahr (mitte) und KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler (r.)

© Erwin Scheriau / Picture Alliance

Linksruck ausgerechnet im konservativen Österreich: In der steirischen Hauptstadt Graz stellt die Kommunistische Partei Österreich die neue Bürgermeisterin. Und in Oberösterreich hat es eine Protestpartei in den Landtag geschafft. Wie konnte es dazu kommen?

2021 ist nicht nur ein Superwahljahr. Der 26. September war zudem ein Superwahltag. Nicht nur in Deutschland fanden mehrere Wahlen statt, auch in Österreich durften die Bürger bei Landtags- und einer Regionalwahlen abstimmen. Diese wären allerdings kaum von Interesse, wäre das Wahlegerbnis nicht so brisant.

In Oberösterreich gewann zwar die konservative ÖVP, allerdings gelang auch einer Protestpartei der Sprung in den Landtag. Die Impfgegner „Menschen-Freiheit-Grundrechte“ (MFG) wurde erst im Februar gegründet und galt bis vor wenigen Wochen als relativ unbekannt. Ihr Parteiprogramm ist eine Kritik an den geltenden Corona-Auflagen der Regierung. Bundespartei-Obmann Michael Brunner kündigte im Radiointerview des Senders ORF an, seine Partei werde bei weiteren Landtags- sowie bei den Nationalratswahlen kandidieren.

Wenn die Gesundheit die Wahlentscheidung beeinflusst

Wissenschaftler überrascht der Erfolg der MFG, der zugleich ein Indiz für eine Herausforderung im gesamten Land ist. „Der Erfolg der Liste MFG legt ein in Österreich verbreitetes Misstrauen gegenüber der Wissenschaft offen“, schreibt etwa „Der Standard“. Das Ergebnis verdeutliche zudem einen klaren Zusammenhang zwischen der Impfskepsis im Land und der Parteipräferenz: Sowohl MFG als auch FPÖ punkteten vor allem in Gemeinden mit geringer Durchimpfungsrate. Im Vergleich mit anderen westlichen Ländern leben in Österreich die meisten…