Regieren zu dritt
Dreiecksbeziehung mit Ampel oder Jamaika: Das raten Psychologen der neuen Bundesregierung

Wahlplakate der Union mit Armin Laschet, der SPD mit Olaf Scholz, von Bündnis 90/Die Grünen mit Annalena Baerbock und der FDP mit Christian Lindner. In Deutschland stehen die Zeichen auf Dreier-Koalition. In solchen Dreiecks-Verhältnissen muss auf einiges geachtet werden, damit sie gelingen. 

© Kay Nietfeld / DPA

Mit dem Ende der alten Gewissheiten und klassischen Polit-Ehen kommen in der Politik Dreierkoalitionen in Mode – jetzt wohl auch im Bund. Psychologen kennen die Fallstricke solcher Konstellationen.

Dreiecksverhältnisse – bildungsbürgerlich gern auch „Ménage-à-trois“ genannt – kennt man aus französischen Filmen wie etwa dem 60 Jahre alten, tödlich endenden Nouvelle-Vague-Klassiker „Jules und Jim“. Nun also steht Deutschland wohl die erste Dreierkoalition im Bund bevor. Psychologen sehen da eine ganz eigene Dynamik – und raten der neuen Bundesregierung zu klaren Regeln.

„Auch Menschen, die offensichtlich erstmal vielleicht sehr unterschiedlich sind, können durchaus in einer Beziehung erleben: Okay, ich kann mich auf diese andere Person verlassen“, sagt der Hamburger Paartherapeut Eric Hegmann. Psychologen wie er weisen gern darauf hin, dass das Besondere zu dritt immer sei, dass sich tendenziell einer ausgeschlossen fühlen könne, weil zwei der drei sich besser verstünden.

„Vertrauen ist ein ganz wichtiger Faktor“

Es gebe oft Zweierkonstellationen (Dyaden) innerhalb von Dreierkonstellationen (Triaden). Das könne den Dritten kränken, weil ein vorübergehendes Gefühl des Alleingelassenseins zu verkraften sei.

Das Phänomen scheint vor vier Jahren bei den damaligen Verhandlungen eines sogenannten Jamaika-Bündnisses aufgetreten zu sein, die die FDP aus Frust über die schwarz-grün geprägten Gespräche…