Cum Ex-Skandal
Ermittler durchsuchen Haus von früherem SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs

Johannes Kahrs ist ehemaliger Haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

© Rainer Jensen / DPA

Am Dienstag haben Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft die privaten Räumlichkeiten des ehemaligen SPD-Abgeordneten Johannes Kahrs durchsucht. Ihm wird vorgeworfen, an den Cum-Ex-Geschäften beteiligt gewesen zu sein.

Im Zusammenhang mit dem Cum-Ex-Skandal haben Ermittler das Haus des früheren SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln durchsucht. Nach Angaben der Behörde fanden seit Dienstagmorgen Durchsuchungen in Privaträumen sowie in Räumlichkeiten der Hamburger Finanzbehörden statt. Wegen des Anfangsverdachts der Begünstigung werde gegen drei Beschuldigte ermittelt, deren Namen die Ermittlungsbehörde nicht nannte. Mehrere Medien hatten zuvor darüber berichtet.

Die bisherigen Ermittlungen hätten Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten der Beschuldigten im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften ergeben, erklärte die Staatsanwaltschaft. Mit Blick auf die laufenden Ermittlungen sowie auf den Vorwurf der Steuerhinterziehung könnten wegen des Steuergeheimnisses keine weiteren Auskünfte zum Inhalt des Verfahrens erteilt werden.

Die Durchsuchungen dienten demnach dazu, „beweisrelevante Unterlagen“ und „beweiserhebliche Kommunikation“ zu beschlagnahmen. An der Razzia waren neben Vertretern der Kölner Staatsanwaltschaft den Angaben zufolge auch Beamte des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen beteiligt.

Kahrs legte politische Ämter 2020 nieder

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