Analyse

Ungleicher Schutz
Wie der langsame Impffortschritt in Afrika Bidens Pläne vom Corona-Ende durchkreuzen könnte

In Afrika blieb eine Corona-Impfung bisher ein Privileg – auch hier in Uganda. In dem ostafrikanischen Land sind nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Virus geschützt.

© Nicholas Bamulanzeki / AP / DPA

von Yannik Schüller
28.09.2021, 07:57 Uhr

US-Präsident Joe Biden fordert eine 70-prozentige Impfquote weltweit – innerhalb eines Jahres. Damit das gelingt, muss sich in und vor allem für Afrika einiges verändern.

Wenn es nach US-Präsident Joe Biden geht, ist die Corona-Pandemie Ende 2022 endgültig Geschichte. 70 Prozent der Weltbevölkerung, so fordert er, sollen innerhalb des nächsten Jahres geimpft werden. Realistische Mammutaufgabe oder kaum umsetzbarer Wunschtraum?

In den USA und in Deutschland genießen mehr als die Hälfte aller Menschen einen vollständigen Impfschutz, es ist bereits von einer Auffrischungsdosis die Rede. In vielen afrikanischen Ländern ist hingegen nicht einmal ein Prozent der Bevölkerung geimpft, wie aus einerinteraktiven Impfkarte der „New York Times“ hervorgeht. Hier besteht das Problem nicht etwa in einer mangelnden Impfbereitschaft, sondern in der weiterhin massiven Impfstoffknappheit.

Um Bidens großes Ziel zu erreichen, ist der Impffortschritt in Afrika entscheidend. Der hinkt zurzeit gewaltig hinterher. Aktuellen Daten zufolge wurden bisher rund sechs Milliarden Impfdosen weltweit verabreicht – nur zwei Prozent davon in Afrika. Doch stellt der Kontinent circa 17 Prozent der globalen Bevölkerung.  

Schuldzuweisungen statt Lösungen

Die Hauptursache für die stockende Kampagne liegt Medienberichten zufolge am schwierigen Zugang zu den Impfstoffen – damals wie heute. Laut BBC hatten reiche Industrienationen…