Kanzlermacher-Gespräche
Wirtschaft, Steuern, Klima: Bei diesen Knackpunkten müssen sich Grüne und FDP jetzt einigen

Ihre parteien werden höchstwahrscheinlich zum Königsmacher: FDP-Chef Christian Lindner und Grünen-Spitzenkandidaten Annalena Baerbock

© Kay Nietfeld / Picture Alliance

von Daniel Bakir
27.09.2021, 16:10 Uhr

Grüne und FDP entscheiden, wen sie zum Bundeskanzler machen. Daher wollen die beiden zunächst untereinander verhandeln. Das dürfte schwierig genug werden, denn bei Wirtschaftspolitik und Steuern gibt es fundamentale Unterschiede.

Das Ergebnis der Bundestagswahl führt zu einer außergewöhnlichen Situation: Sowohl die siegreichen Sozialdemokraten unter Olaf Scholz als auch die zweitplatzierte Union mit Armin Laschet wollen die nächste Bundesregierung anführen. Und beide wollen – mangels Alternativen – mit Grünen und FDP regieren. Damit liegt es an den beiden kleineren Parteien, wen sie zum nächsten Bundeskanzler machen.

Und die drehen den Spieß nun um: Schon am Wahlabend haben die Spitzen von Liberalen und Grünen deutlich gemacht, dass sie nicht auf Gesprächseinladungen der potenziellen Kanzlerparteien warten, sondern zunächst untereinander sprechen wollen, wie man inhaltlich zusammenkommt. Eine Art Sondierungsgespräche der Kanzlermacher also.

Warum auch nicht? Die Spitzenkandidaten Annalena Baerbock und Christian Lindner saßen in Talkrunden zwar meist am entgegengesetzten Ende, was ihre Verortung im politischen Spektrum zeigen sollte, aber es gibt auch Verbindendes. Beide Parteien sind in gesellschaftlichen Fragen liberal, sie sprechen eher junge Wähler an, sie wollen eine Modernisierung des Staates nach langen Groko-Jahren. Und sie haben den klaren Willen formuliert, aus der Oppositionsrolle herauszutreten und sich für eine gemeinsame Regierung zusammenzuraufen. 

Dennoch…