Energy Vault
Statt Akkus: Schweizer Türme speichern Energie mit Betonklötzen

In der Schweiz arbeitet ein Prototyp bereits.

© Energy Vault / PR

von Gernot Kramper
27.09.2021, 10:37 Uhr

2017 stellten Schweizer Ingenieure ihre Vision vor, natürliche Energie in einem Turm zu speichern. Nach dem Bau eines Prototyps sollen in diesem Jahr die ersten kommerziellen Anlagen in Betrieb gehen.

Heute ist es möglich, sehr günstigen Strom aus Sonne und Windkraft zu erzeugen. Und insbesondere bei der Fotovoltaik wird der Preisverfall weiter voranschreiten. Das Problem ist bloß, wo kommt der Strom her, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind sich legt?

Ökologisch erzeugter Strom muss gespeichert werden. Eine Möglichkeit sind riesige Akkuanlagen, dazu gibt es exotische Versuche, etwa indem man Energie mit Druck- oder Flüssigluft zu speichern. Das Schweizer Start-up Energy Vault will riesige Betontürme bauen, um den überschüssigen Strom aufzubewahren. Die Pläne wurden 2017 erstmals vorgestellt und von vielen belächelt („Haben Schweizer das größte Problem sauberer Energie gelöst?“). Dennoch sammelte das Unternehmen in einer Finanzierungsrunde 100 Millionen Dollar ein, nun kamen weitere 110 Millionen US-Dollar hinzu.

Schon im letzten Jahr ist ein Prototyp in Bellinzona in der Schweiz in Betrieb gegangen. Die Technik erinnert an ein gewaltiges Kinderspielzeug. Riesiger Kräne türmen Betonblöcke von etwa 35 Tonnen zu einem Turm auf. Sprudelt der Ökostrom, dann hievt der Kran die Blöcke in die Höhe. Sollte aber mehr Strom ausgeliefert werden, als natürlch erzeugt werden kann, etwa weil gerade eine Flaute herrscht, dann werden die Blöcke wieder herabgelassen. Davon werden dann Generatoren angetrieben, die den zusätzlich benötigten Strom erzeugen.

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