Ehe für alle
Schweizer stimmen per Volksentscheid für gleichgeschlechtliche Ehe – Gegner fürchten „Tod des Vaters“

Die Operation Libero inszeniert am Sonntag in Bern eine Ehe für alle. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Schweizer für eine Öffnung der Ehe.

© Peter Schneider / Picture Alliance

Die Verfechter der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Schweiz sprechen von einem „historischen“ Ergebnis: Am Sonntag stimmten die Schweizer per Volksabstimmung für eine Öffnung der Ehe. Gegner hatten bis zuletzt vor dem „Tod des Vaters“ gewarnt.

Die Schweiz legalisiert die gleichgeschlechtliche Ehe: Beim Volksentscheid am Sonntag sprachen sich 64,1 Prozent der Wahlberechtigten für die Ehe für alle aus, wie die Behörden des Landes mitteilten. Die Schweizer Regierung, der Bundesrat, kündigte eine rasche Umsetzung der neuen Bestimmungen an. Von den Verfechtern der gleichgeschlechtlichen Ehe wurde das Ergebnis vielerorts als „historisch“ gefeiert.

„Das ist ein Tag des Feierns, des Sieges nach achtjähriger Kampagne“, sagte Deborah Haenni von der Vereinigung Libero, die das „Ja“ propagiert hatte. Indem die Schweiz nun gleichgeschlechtliche Ehen erlaube, gleiche sie sich anderen Ländern hinsichtlich Offenheit und Fortschritt an, sagte Haenni. 

„Wer sich liebt und heiraten will, soll dies künftig tun dürfen“

Justizministerin Karin Keller-Sutter sagte, das neue Gesetz werde voraussichtlich zum 1. Juli 2022 in Kraft treten. „Ab diesem Zeitpunkt sollen gleichgeschlechtliche Paare zivil heiraten dürfen“, sagte Keller-Sutter. Eingetragene Partnerschaften könnten ab diesem Zeitpunkt in Ehen umgewandelt werden.

Das Ja zur Ehe für alle sei „eine „Form der Anerkennung durch die Gesellschaft“, sagte die Ministerin. Der Staat solle Menschen nicht vorschreiben, wie sie ihr Privatleben zu gestalten haben.  „Wer sich liebt und heiraten will,…