Offener Brief
Liebe Union, lieber Armin: Laschet einfach gut sein und geht. Bitte!

Armin Laschet: Vom Ministerpräsidenten zum Ritter der traurigen Gestalt in nur einem Wahlkampf.

© Sebastian Gollnow/Pool / DPA

von Niels Kruse
27.09.2021, 13:40 Uhr

Wir können nicht mehr. Und wir wollen auch nicht. Bitte, CDU/CDU, bitte Armin Laschet. Lasst uns frei. 16 Jahre sind genug, ihr braucht ohnehin eine Pause. Wer liebt, lässt los – auch und erst Recht das Vaterland.

Lieber Armin, liebe CDU/CSU,

noch nie in meinem Leben habe ich euch gewählt (und werde es wohl auch nie tun), dennoch habe ich eine große Bitte: Geht. Geht meinetwegen mit Gott, aber geht. Bitte. Lasst uns und dieses Land endlich frei. Wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, es gab schöne Momente und nicht so schöne Momente, aber nun ist es genug. Für uns, für euch, für alle. Es ist keine Schande loszulassen. Wer liebt (das Vaterland, oder mittlerweile eher das Mutterland) der kann das auch, loslassen.

Lieber Armin, ich weiß nicht, wer dich berät, aber er oder sie kann oder können es nicht wirklich gut mit dir gemeint haben. Der Wahlkampf jedenfalls hat dich zum Ritter der traurigen Gestalt geschrumpft, geendet bist du als Mr. Minus-Neun-Prozent. Und dann haben sie dich auch noch genötigt, das Wort „Zukunftskoalition“ in den Mund zu nehmen. An einem derartig erschütternden Abend. Mehr Erniedrigung ging wirklich nicht, warum tust du dir so etwas an?

Wir Deutschen mögen ja in der uns eigenen Bräsigkeit ein gepflegtes Sowohl-als-auch gewählt haben, aber eines wollten wir ganz sicher nicht: einen weiteren CDU-Kanzler. 16 Jahre standet ihr an der Spitze, in diesen anderthalb Jahrzehnten hat Angela Merkel gekonnt kleine und große Krisen gemanagt. Daneben ist sie aus der Atomkraft ausgestiegen, hat das Elterngeld und (auf Druck der SPD) den Mindestlohn eingeführt….