Bundestagswahl
Kritik an Laschet nimmt zu – aber er hält an Regierungssondierung fest

Paul Ziemiak (l.) und Armin Laschet nach der CDU-Pressekonferenz.

© Ina Fassbender / AFP

Obwohl CDU/CSU bei der Bundestagswahl nur auf Platz zwei gelandet sind, will Spitzenkandidat Armin Laschet weiterhin mit möglichen Partnern über eine Regierungskoalition verhandeln. Innerparteilich nimmt der Druck auf ihn zu.  

Unionskanzlerkandidat Armin Laschet strebt trotz der drastischen Einbußen bei der Bundestagswahl weiterhin Sondierungen mit FDP und Grünen über die Bildung einer neuen Regierung an. Vorstand und Präsidium der CDU seien sich einig, „dass wir zu Gesprächen für eine sogenannte Jamaika-Koalition bereitstehen“, sagte der CDU-Chef nach den Beratungen.

Kein Regierungsauftrag für niemanden?

Aus dem Wahlergebnis könne keine Partei für sich einen Regierungsauftrag ableiten – die Union nicht, die SPD aber auch nicht. Kanzler werde derjenige, der eine Mehrheit im Bundestag hinter sich habe. Dies sei ein Moment, in dem Volksparteien mit dem Anspruch von Wahlergebnissen um die 30 Prozent mit Demut vor den Wähler treten müssten. „Olaf Scholz und ich sind, finde ich, zur gleichen Demut aufgerufen.“ Auch mit 25 Prozent habe man nicht den Anspruch: „Ich bin der nächste Kanzler, und jetzt müssen wir mal gerade gucken, wie wir die anderen mit dazu kriegen.“

Die Union hatte bei der Wahl ein Debakel erlitten, sie stürzte von 32,9 Prozent auf den historischen Tiefpunkt von 24,1 Prozent ab. Die SPD verbesserte sich von 20,5 Prozent auf 25,7 Prozent und wurde damit stärkste Kraft.

Laschet sagte, ein Jamaika-Bündnis könne zu einer „gesellschaftlichen Breite“ beitragen. Deutschland müsse modernisiert werden und brauche eine „Koalition für mehr Nachhaltigkeit“. Mit der FDP teile die Union etwa das Anliegen…