Bundestagswahl 2021
Drastisches Ost-West-Gefälle: Wird die AfD eine „Lega-Ost“?

AfD-Spitzenkandidat Tino Chrupalla ist insgesamt zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl – vor allem mit Blick auf die starken Werte im Osten.

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Bei der Bundestagswahl 2017 feierte die AfD noch große Erfolge, in diesem Jahr muss sie zurückstecken. In fast allen Bundesländern büßte die Partei Stimmen ein – aber der Osten blieb ihr treu. Experten erkennen darin kein kurzweiliges Phänomen.

Fünf Prozent in Hamburg, knapp 25 Prozent in Sachsen: Bei der AfD zeigt sich die Republik geteilt. Insgesamt ging es bei der Bundestagswahl abwärts für die Rechtspartei um die Spitzenleute Alice Weidel und Tino Chrupalla. Bundesweit kommt sie nur noch auf 10,3 Prozent – 2017 waren es noch 12,6 Prozent. Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen Niedersachsen – überall ein Minus und einstellige Werte. In Sachsen und Thüringen schafft es die Partei indes mit rund einem Viertel der Stimmen auf Platz eins, in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auf Platz zwei. Wird die AfD eine „Lega Ost“?

Den Vergleich zur rechtspopulistischen italienischen Regionalpartei Lega Nord zog AfD-Chef Jörg Meuthen am Wahlabend selbst. „Wenn wir vorankommen wollen, müssen wir im Westen genauso erfolgreich sein wie im Osten“, sagte Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Er hoffe, dass dies jedem in der Partei bewusst sei. Die AfD dürfe eben nicht zur „Lega Ost“ werden. Schließlich wolle die AfD die Geschicke des ganzen Landes beeinflussen, so Meuthen.

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„Wir sind hier im Osten klar Volkspartei geblieben“

Sein Co-Chef Chrupalla, der sein Direktmandat in Sachsen verteidigte, sieht die Sache anders herum: Angesichts der starken Werte fast…