Bundestagswahl
Seit rund 70 Jahren wieder im Bundestag: Das sind der SSW und sein Abgeordneter

Stefan Seidler, Spitzenkandidat des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), schwenkt auf der Wahlparty der Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen Fähnchen mit dem Dannebrog und den friesischen Farben

© Birgitta von Gyldenfeldt / DPA

Jahrzehntelang war er nicht mehr im Bundestag, jetzt ist er wieder drin: der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die Minderheitenpartei aus Schleswig-Holstein. Ihr Spitzenkandidat will sich für sein Bundesland und Minderheiten stärker einsetzen – und skandinavische Werte.

Erstmals seit rund 70 Jahren zieht der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) mit einem Abgeordneten wieder in den Bundestag ein. Die Partei der dänischen Minderheit und der nationalen Friesen hatte zum ersten Mal seit 60 Jahren wieder an einer Bundestagswahl teilgenommen. Sie ist als Partei der nationalen Minderheit von der Fünf-Prozent-Hürde ausgeschlossen und musste nur so viele Stimmen gewinnen, dass ihr nach dem Berechnungsverfahren ein Sitz zusteht. Gewählt werden konnte der SSW nur in Schleswig-Holstein.

Bereits früh am Abend sahen Hochrechnungen den SSW mit einem Abgeordneten im Bundestag. Der SSW rechnete bei der Wahlparty in Flensburg selbst auch nach und war gegen 22.20 Uhr überzeugt, dass es klappen wird. SSW-Kandidat Stefan Seidler trat unter dem Jubel seiner Anhänger ans Mikrofon und verkündete: „Wir sind drin. Ein Mandat. Es muss jetzt auch mit ganz wilden Dingen zu gehen, wenn es nicht klappt.“ Der SSW könne eine unabhängige Stimme für die Minderheiten, für Schleswig-Holstein sein und den Finger in die Wunde legen, „wenn wir wieder zu kurz kommen“, sagte Seidler.

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