Bundestagswahl
Wählen nach Hochrechnungen: Pannen in Berliner Wahllokalen

Zahlreiche Menschen stehen in einer langen Schlange vor den Wahllokalen im Tiergarten Gymnasium in der Altonaer Straße. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

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Abstimmungen bis 20 Uhr, nicht genügend Stimmzettel und Verwechslungen. Die zahlreichen Pannen bei den Wahlen in Berlin dürften ein Nachspiel haben.

Als die Letzten in Berlin ihre Stimmen abgaben, war es draußen bereits dunkel, und die ersten Prognosen zu den Ergebnissen der Bundestags- und Abgeordnetenhauswahl flimmerten über die Handy-Bildschirme.

Fehlende und vertauschte Stimmzettel und Probleme bei Nachlieferungen hatten dafür gesorgt, dass so manche Wählerinnen und Wähler ihre Stimme deutlich nach 18.00 Uhr abgaben. In Wilmersdorf etwa schloss das Wahllokal 709 seine Tür gegen 19.30 Uhr. Andernorts wurde es womöglich sogar noch später, wie Nutzer bei Twitter schrieben. Wartezeit: Teilweise mehr als zwei Stunden.

Kann das die Wahlentscheidung beeinflussen?

Abstimmen, wenn das vorläufige Ergebnis schon bekannt ist? Laut dem Dresdner Politikwissenschaftler Hans Vorländer kann das die Wahlentscheidung einzelner Menschen durchaus beeinflussen. «Das lässt sich aber nicht vermeiden. Es ist so geregelt, dass alle ihre Stimme abgeben dürfen, die bis 18.00 Uhr an einem Wahllokal eingetroffen sind», sagte der Forscher von der Technischen Universität Dresden. Die Wahlleitung müsse allerdings unbedingt sicherstellen, dass sich niemand um 18.05 Uhr anstelle.

Wann genau die letzte Stimme abgegeben wurde, konnte die Landeswahlleitung am Abend nicht sagen. Auch die Ursache für die Verzögerungen war laut Angaben eines Sprechers unklar. In den kommenden Tagen sollten die Probleme beim Ablauf aufgearbeitet werden.

Es seien ausreichend…