Presseschau

Bundestagswahl
„SPD und Union am Lindner’schen Fliegenfänger“: So kommentieren die Medien das Wahlergebnis

Ampel oder Jamaika – das ist die große Frage nach der Bundestagswahl

© Kay Nietfeld / DPA

Die Bundestagswahl ist vorbei, doch wer Deutschland künftig regiert steht noch nicht fest. Für eine Koalitionsbildung kommt es nun vor allem auf zwei Parteien an. So kommentiert die deutsche Presse den Wahlausgang.

Deutschland hat gewählt und doch herrscht am Morgen nach der Bundestagswahl große Ratlosigkeit. Zwar ist die SPD nach dem Auszählungsergebnis stärkste Kraft und will mit Olaf Scholz den nächsten Kanzler stellen – die Union erhebt aber trotz ihrer historischen Niederlage ebenfalls den Anspruch, die Regierung anzuführen. Einzig mögliches Zweierbündnis wäre eine neue große Koalition, die aber weder SPD noch Union wollen. Deshalb dürfte es zum ersten Mal seit den 50er Jahren ein Dreierbündnis im Bund geben. Rechnerisch möglich wären damit sowohl eine Ampel-Koalition (SPD, Grüne und FDP) als auch ein Jamaika-Bündnis (Union, Grünen und FDP).

Für die deutschen Medien zeigt der Neustart in der Nach-Merkel-Ära erste Anzeichen eines „Wandels in der politischen Kultur“. Gleichzeitig warnen sie vor „monatelangen“ Koalitionsverhandlungen und betonen die gute Ausgangslage von Grünen und FDP.

Die Presseschau im Überblick:

„Badische Zeitung“: Es war bemerkenswert, dass FDP-Chef Christian Lindner den Grünen noch am Wahlabend Gespräche anbot. Noch bemerkenswerter war allenfalls, dass Annalena Baerbock die Offerte prompt annahm. (…) Solche Sondierungen zwischen kleineren, potenziellen Partnern wären früher undenkbar gewesen. Wer weiß, womöglich zeichnet sich hier schon der erste Wandel in der politischen Kultur ab, den dieses Wahlergebnis erzwingt.

„Frankfurter Allgemeine…