Sehen Sie im Video: Nein, dieses Urnen-Video beweist nicht, dass die Wahlen leicht manipuliert werden können.

Ein Mann behauptet, dass Wahlbetrug ganz einfach möglich sei.  
In dem Video, das über Telegram kursiert, ist zu sehen, wie er eine Wahlurne aufhebelt. Konnte bei der Bundestagswahl also leicht manipuliert werden?
Nein, für die Bundestagswahlen spielt das Video keine Rolle. Der Film kursiert bereits vor der Bundestagswahl auf Telegram. Eine Anfrage der Faktenchecker von Correctiv bei der Pressestelle des Bundeswahlleiters ergibt, dass das Video kein Beweis für einen Betrug ist.  
Der Grund: Die entscheidende Sicherung bei einer Wahl besteht nach Angaben der Sprecherin darin, dass die Urne in der Öffentlichkeit steht und nie unbeobachtet sein darf. Wahlhelfer und die Öffentlichkeit können das gewährleisten.  
Wahlhelfer bestehen in einem Wahllokal aus einem Vorsteher, Stellvertreter und drei bis sieben Beisitzern. Sie werden durch die Gemeindebehörden bestellt, arbeiten ehrenamtlich und dürfen bei der Ernennung das Amt nur aus wichtigen Gründen ablehnen.  
Per Gesetz müssen Wahllokale während der Wahl, beim Auszählen der Stimmen und dem Verkünden des Ergebnisses für alle offen stehen.  
Dass die Wahlen in Deutschland integer ablaufen, wurde übrigens bei der vergangenen Wahl auch von einem internationalen Beobachter-Team der OSCE bestätigt. Auch in diesem Jahr wird die OSCE einen Bericht zur Bewertung des Wahlprozesses abgeben.  
Das Video zeigt also, dass manche Urnen anscheinend leicht zu öffnen sind. Übrigens gibt es viele verschiedene Typen Urnen, die ja nach Modell anders aussehen. Dass die Wahl ordentlich durchgeführt wurde, steht dadurch aber nicht in Frage.
Quelle: Correctiv, OSCE, Bundeswahlleiter

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